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Artikel vom Mittwoch, 21. Juni 2017

Mitterberg: Südtirol hat ein neues, altes Kulturgut

Nach einem 100-jährigen Dornröschenschlaf ist die Festung Mitterberg in Sexten, stammend aus der K u. K-Monarchie Österreich-Ungarn, als Kaiser Franz-Josef Ende des 19. Jahrhunderts seine südlichen Grenzen absichern ließ, neues Leben eingehaucht worden.

Das Werk Mitterberg wurde an den Verein Bellum Aquilarum übergeben. - Foto: Christian Tschurtschenthaler

Das Werk Mitterberg wurde an den Verein Bellum Aquilarum übergeben. - Foto: Christian Tschurtschenthaler

„Es war uns ein großes Anliegen, die denkmalgeschützte Festung, die sich im Eigentum des Landes Südtirol befindet, zu erhalten, weil sie ein Teil unserer Geschichte ist“, so Sextens Bürgermeister Fritz Egarter. Bereits 2004 hat die Gemeinde damit begonnen. Damals war sie in einem verwahrlosten Zustand. In der Folge wurden Treppen wiederhergestellt, Mauerwerk saniert und die Dacheindeckung zur Gänze erneuert.

Die Finanzierung der Arbeiten wurden vom Land, dem Landesdenkmalamt und der Gemeinde Sexten aufgebracht. Ihnen allen und den zahlreichen kompetenten Mitarbeitern zollte der Bürgermeister großen Dank.

Das Werk Mitterberg wurde wiedereröffnet. - Foto: Christian Tschurtschenthaler

Das Bauwerk auf 1500 Metern Seehöhe hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zwischen 1884 und 1889 erbaut, kam die Festung mit dem Kriegserklärung Italiens an Österreich am 23. Mai 1915 zum Kriegseinsatz, diente später als Ablageplatz und zwischenzeitlich war sogar von Abriss die Rede bis Reinhold Messner das Bauwerk Ende der 1990er Jahre für sein Museumsprojekt zum Schwerpunkt Bergvölker ins Auge fasste. Dazu kam es aber nicht, denn für die Festung war ein anderer Weg in der Geschichte vorgezeichnet.

Glückwünsche zur gelungenen Sanierung überbrachte Landesrätin Martha Stocker – selbst kulturinteressierte und in ihren Grußworten auch Mahnerin an den Frieden. „Diese Festung ist ein Relikt aus einer Zeit, wo die Völker Europas im Krieg zueinander standen – 100 Jahre später ist es Aufgabe jedes einzelnen, am friedlichen Zusammenleben der Völker beizutragen und Brücken zu bauen“ so die Landesrätin.

Übergabe an den Onlusverein Bellum Aquillarum

Dann kündigte Historikerin Sigrid Wisthaler, die den Festakt moderierte, den Höhepunkt der Feier an: die offizielle Banddurchschneidung und Übergabe zur musealen Nutzung an den Onlusverein Bellum Aquillarum. Dabei überreichte Bürgermeister Fritz Egarter das Übergabedokument an den Präsidenten des Vereins Hugo Reider.
Der von Rudl Egarter und Erwin Lanzinger 2005 gegründete Verein Bellum Aquilarum arbeitet seit Jahren an der Restaurierung verfallener Kriegsschauplätze im Sextner Frontgebiet und betreut das Freilichtmuseum Anderter Alpe, Elferscharte und am Rotwandmassiv. So werden bereits diesen Sommer Führungen im neueröffneten Werk Mitterberg angeboten, die von Sigrid Wisthaler und Pietro Michieli durchgeführt werden.

Die Öffnungszeiten finden sich unter www.bellumaquilarum.it

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