Startseite » Kultur im Überblick » Lokal

Artikel vom Montag, 16. April 2018

Der Erste Weltkrieg und der Faschismus

„Eine neue Politik für ein ‚Neues Italien‘. Der Erste Weltkrieg und der Faschismus“, so der Titel des Vortrages, den der Historiker Angelo Ventrone von der Universität Macerata an diesem Donnerstag, den 19. April, am Campus Bozen hält. Die Veranstaltung, die für alle Interessierten zugänglich ist, ist Teil der Vortragsreihe „Zeitenwende 1918. Das Ende des Ersten Weltkriegs und die Folgen“, die vom Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen organisiert wird.

„Eine neue Politik für ein ‚Neues Italien‘. Der Erste Weltkrieg und der Faschismus“, so der Titel des Vortrages, den der Historiker Angelo Ventrone von der Universität Macerata an diesem Donnerstag, den 19. April, am Campus Bozen hält.

„Eine neue Politik für ein ‚Neues Italien‘. Der Erste Weltkrieg und der Faschismus“, so der Titel des Vortrages, den der Historiker Angelo Ventrone von der Universität Macerata an diesem Donnerstag, den 19. April, am Campus Bozen hält.

Unter den vielen Gründen, die ausschlaggebend dafür sind, dass der Erste Weltkrieg nicht nur in der italienischen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu einer wirklichen Zeitenwende wurde, müssen vor allem zwei hervorgehoben werden: Zum einen entstand gerade zwischen 1914 und 1918 eine neue politische Mentalität, die sich schließlich durch die Entstehung des faschistischen Regimes in die erste totalitäre Erfahrung des 20. Jahrhunderts übersetzte. Zum anderen wurden im Weltkrieg gerade jene politischen Instrumentarien entwickelt, mit denen der Faschismus eine Gesellschaft regierte, die aus seiner Sicht mit den konventionellen Mitteln der liberalen Regierungen nicht mehr zu führen war.

Mit dem Faschismus zum „totalitären“ Staat 

Schon vor der Niederlage von Caporetto, als aus historiographischer Sicht der Interventionismus seine Positionen radikalisierte, wurden die Formen und Mittel bestimmt, auf die man dafür zurückgreifen wollte. Man kann deshalb sagen, dass der Faschismus gewissermaßen aus dem Willen heraus entstand, zu Friedenszeiten jene Ausnahmeverfügungen anzuwenden, die ursprünglich dafür gedacht waren, während des Weltkrieges den Konsens und Dissens der Massen zu kontrollieren.

Es handelte sich um eine Bewegung, die aus einem von Teilen der Politik schon lange vorher, während des Krieges, vorbereiteten Projektes hervorgegangen ist, um an die Stelle des liberalen Staates zu treten. Man war davon überzeugt, dass letzterer seinen historischen Aufgaben offenkundig nicht mehr gewachsen und nicht mehr in der Lage war, die Geschlossenheit und die Macht der nationalen Gemeinschaft im Wettkampf, den das Zeitalter des Imperialismus eröffnet hatte, zu gewährleisten. Es handelte sich um eine Bewegung, die den Übergang des ‚totalen‘ Weltkriegs-Staates hin zum „totalitären“ Staat der Nachkriegszeit bewerkstelligen sollte.

Der Referent:

Angelo Ventrone, geboren in Vicenza, lehrt Zeitgeschichte an der Universität von Macerata. Seine Forschungen konzentrieren sich auf die italienische und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. In besonderer Weise hat er sich mit dem Zusammenhang von Modernität, Technik und Gewalt vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Faschismus, mit der Rolle der Massenparteien im postfaschistischen Italien, mit der Repräsentation des politischen Gegners vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart sowie mit der Protest- und Gewaltgeschichte der 1960er und 1970er Jahre beschäftigt.

Zum Vortrag: 

Der Vortrag findet am 19. April um 17.30 Uhr in der Freien Universität von Bozen statt. 

stol 

Mehr Meldungen vom Bezirk

 

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite

zur Startseite Nicht mehr anzeigen
Verpassen Sie keine wichtigen Artikel mehrAktivieren Sie die Benachrichtigungen
AktivierenMehr Infos