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Artikel vom Freitag, 14. September 2018

Wolfgang Ambros: „Ich habe mich nie verbogen“

Mit mehr als 5 Millionen verkauften Alben zählt er zu den bedeutendsten österreichischen Musikern der Gegenwart: Wolfgang Ambros. Erst kürzlich ist ihm ein Kunststück gelungen: Sein Klassiker „Schifoan“ kletterte 42 Jahre nach der Veröffentlichung in die Top 10 der österreichischen Charts. Der Hintergrund dieser Chartsplatzierung war eine Solidaritätsaktion. Kommende Woche ist er in Südtirol.

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Wolfgang Ambros kommt am 22. September nach Südtirol. - Foto: Tony Schönhofer

Wolfgang Ambros kommt am 22. September nach Südtirol. - Foto: Tony Schönhofer

Nach einem Interview wurde Ambros von FPÖ-Politikern harsch kritisiert – aber auch gelobt, wie der Musiker im „Dolomiten“-Interview betont. Ein Gespräch über Rassismus, die Entwicklung in Europa, sein Erfolgsrezept und was die Fans bei seinem Konzert kommende Woche in Südtirol erwarten können.

Herr Ambros, wenn Ihnen jemand vor ein paar Wochen gesagt hätte, dass „Schifoan“ – 42 Jahre nach der Veröffentlichung - die Spitze der österreichischen Charts erklimmt, hätten Sie ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt? 

Wolfgang Ambros: Das kann man wohl so sagen. Und obwohl das Lied heute jeder kennt: „Schifoan“ war bislang noch nie in den Charts. Als ich es damals im Winter 1976 veröffentlich habe, war es kein Hit, im Gegenteil. Ich wurde beschimpft dafür, dass ich einen derart kommerziellen Song geschrieben habe. Aber neben all den anderen Songs sollte man doch auch ein solches Lied veröffentlichen dürfen, dachte ich mir. Und ich wurde im Laufe der darauffolgenden 2 Jahre bestätigt: Überall wo wir hinkamen und Konzerte gaben, verlangte das Publikum, dass wir „Schifoan“ spielen. Aber ein Hit in den Charts war es nie. Bis heute. 

Der Grund dafür, dass „Schifoan“ in diesem Jahr die Charts eroberte, war ein Interview, das Sie der „Süddeutschen Zeitung“ gaben…

Ambros: Das stimmt. Ich habe der „Süddeutschen Zeitung Online“ ein Interview gegeben, in dem ich die FPÖ wegen ihrer Rechtslastigkeit scharf kritisierte. 

Woraufhin Sie selbst harsch kritisiert worden sind…

Ambros: Zuerst wurde ich gelobt. Mein E-Mail-Postfach quoll über mit Gratulationen, dasselbe via SMS oder Facebook-Nachrichten. Man hat mir dafür gratuliert, dass sich das endlich mal jemand zu sagen traut. Mitbekommen habe ich das selbst erst, als sich mein Bruder, der in Ungarn lebt, bei mir bedankt hat. Ich wusste anfangs nicht, was er meint. Als ich am nächsten Tag mein E-Mails checkte, wusste ich, was er meint (lacht). 

Und nach den Gratulationen folgte die Kritik der FPÖ?

Ambros: So war es. Man hat mich als alten Musiker beschimpft, der eh nix mehr Wert ist, als einen abgehalfterten alten Mann, den man nicht ernst nehmen brauche. Aufgrund dieser Aussagen gab es einen Sturm der Entrüstung und eine beispiellose Solidaritätsaktion. Irgendjemand hat im Internet dazu aufgerufen, meine Songs via ITunes herunterzuladen, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Und so kam es, dass „Schifoan“ Platz 1 der ITune-Charts und später Platz 10 der offiziellen österreichischen Charts wurde. Diese Solidaritätsaktion hat mich schon sehr beeindruckt und auch sehr gefreut. 

47 Jahre sind seit Ihrem ersten Hit „Da Hofa“ vergangen. Während andere Künstler längst wieder in der Versenkung verschwunden sind, sind Sie immer noch erfolgreich. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Ambros: Es gibt Berufenere als mich, die darüber spekulieren können, warum der Erfolg so lange anhält. Es gibt Musiker, die halten sich ihr Leben lang im Geschäft, wie etwa die verstorbenen Udo Jürgens oder David Bowie. Was mich mit diesen Personen verbindet ist, dass ich immer versucht habe, ich selbst zu bleiben. Ich habe mich nie verbogen und versucht irgendwelchen Trends nachzulaufen. 

Sie waren mit vielen Bühnenprogrammen unterwegs: Anfangs solo, dann mit Ihrer Band „Nr. 1 vom Wienerwald“, dann mit „Austria 3“ und nun „Ambros pur“ – also nur Sie auf der Gitarre, begleitet von Ihrem Keyboarder Günther Dzikowski und dem Gitarristen Roland Vogl. Ist das die Formation, in der Sie dem Publikum Ihre Lieder am unmittelbarsten darbringen können?

Ambros: Genau. In dieser Formation ist es aber wichtig, dass nicht mehr als 1000 Zuschauer sind, sonst wirkt diese Art, dieses intime Konzert nicht mehr. Gleichzeitig spielen wir bei diesen Konzerten nicht nur die Klassiker, sondern auch Raritäten, die wir sonst nie spielen. 

Interview: Arnold Sorg

Wolfgang Ambros wird am 22. September in Mareit bei Sterzing in der „Ambros Pur“-Formation ein Konzert geben. 

Das ganze Interview lesen Sie in der Freitag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".
 

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