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Artikel vom Dienstag, 23. Juli 2019

Archäologen legen in Nordtirol 2 Häuser aus der Eisenzeit frei

Archäologen der Universität Innsbruck haben in ihrer vierwöchigen Tätigkeit in Birgitz in Nordtirol 2 Häuser aus der jüngeren Eisenzeit freigelegt.

Archäologen der Universität Innsbruck haben in ihrer vierwöchigen Tätigkeit in Birgitz in Nordtirol 2 Häuser aus der jüngeren Eisenzeit freigelegt.

Archäologen der Universität Innsbruck haben in ihrer vierwöchigen Tätigkeit in Birgitz in Nordtirol 2 Häuser aus der jüngeren Eisenzeit freigelegt. - Foto: APA

Zudem fand man bei den Arbeiten am Areal „Hohe Birga“ Keramik, Anhänger und Gewandnadeln. Bei diesen Fundstücken handelt es sich um „hochqualitatives Handwerk“, wie Florian Müller vom Institut für Archäologie der Universität Innsbruck anmerkte.

Keinen Zweifel ließ Müller am Dienstag bei einer Presseführung an der kulturellen Herkunft dieser Fundstücke aufkommen. „Wir haben es hier mit der Kulturgruppe der Räter zu tun“, strich er hervor. Darauf weise allein schon die Bauart der nun freigelegten Häuser hin. Diese zeichne sich etwa durch die Trockenbauweise aus, bei der Stein auf Stein fast schon puzzleartig gebaut werde, so Müller. „Durch die steinernen Unterlagsplatten lässt sich darüber hinaus rekonstruieren, dass auf diesen große hölzerne Pfosten standen“, sagte Müller.

Von ebenenjenen war verständlicherweise vor Ort wenig zu sehen. „Holz und Textilien verrotten“, merkte der Archäologe an. Umso mehr gab es aber Steine von unterschiedlicher Größe und Massivität zu begutachten. Da es noch keine virtuelle Rekonstruktion der zwei Häuser gibt, müsse man sich die ersten Stockwerke vorstellen. „Dass es solche gab, ist sehr wahrscheinlich“, versicherte Müller.

Aber nicht nur die ursprüngliche Form der Gebäude, sondern auch schon ein längst vergangenes Brandgeschehen lässt sich von den jetzigen Häuser-Überbleibseln ablesen. Während das erste Haus, das nunmehr gänzlich freigelegt ist und bei dem jetzt nur mehr archäologische Feinarbeiten vorgenommen werden, über die Jahrhunderte auf natürliche Weise verfallen sein dürfte, gab es beim zweiten Bauwerk einen Brand. „Das sieht man am Lehmboden, der durch den Brand verziegelt ist und an der rötlichen Erde“, führte der Wissenschaftler aus. Auch schwarze Flecken auf den Steinen legen diese Interpretation nahe.

Mit diesem Brandhaus, an dem die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind, möchte man sich im nächsten Sommer weiter beschäftigten. Ganz generell herrscht vor Ort jedenfalls kein Häusermangel. Neben den jetzt freigelegten und den zwei weiteren bereits vor einigen Jahren ausgegrabenen Häusern sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch weitere Gebäude vorhanden. „Ich denke, dass es im Gebiet Hohe Birga insgesamt bis zu 20 Häuser gibt“, berichtete Müller.

apa

 

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