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Artikel vom Mittwoch, 26. Juni 2019

Allergien so stark wie selten: So beugt man vor

Derzeit sind Allergien stärker spürbar als sonst. Selbst Personen, die normalerweise keine Allergien verspüren, haben derzeit mit den Symptomen zu kämpfen. STOL hat bei Dr. Lydia Pescollderungg der Pädiatrischen Pneumologie und Allergologie des Krankenhauses Bozen nachgefragt, wie man sich am besten schützen davor kann.

Allergien sind aktuell so stark wie selten spürbar.

Allergien sind aktuell so stark wie selten spürbar. - Foto: shutterstock

„Zwischen 14 und 20 Prozent der Südtiroler leiden an einer Allergie, meist wegen Pollen, die eingeatmet werden. Es gibt 2 große Krankheitsbilder, die sich in Asthma und Heuschnupfen äußern“, erklärt Dr. Pescollderungg.

Die Allergien seien aktuell ungewöhnlich stark zu spüren: Dadurch, dass es den ganzen Mai über ungewöhnlich kalt war und innerhalb weniger Tage die Temperaturen deutlich anstiegen, öffneten sich die Blüten sehr schnell und setzten dabei massiv Pollen frei.

„Bei starken Symptomen nicht zu lange zögern“

Allergiker kommen deshalb derzeit mit einer ganz hohen Konzentration von Allergenen in Kontakt. Die Zellen, die mit den Pollen reagieren, geben Histamin frei, eine Substanz, die die Gefäße erweitert. „Deshalb muss man niesen, hat eine verstopfte Nase, tränende Augen und auch Bronchialasthma“, erklärt die Expertin.

Vor allem Kinder würden deshalb an Asthma oder Heuschnupfen leiden, auch Kopfschmerzen seien keine Seltenheit. „Man solle bei starken Symptomen nicht zu lange zögern und einen Arzt aufsuchen, denn werden diese nicht ernst genommen, können auch Stirnhöhlen- oder Mittelohrentzündung sekundär auftreten“, meint die Primarin des Krankenhauses Bozen.

So schützt man sich

„Man kann den Symptomen durch eine physische Barriere entgegenwirken, zum Beispiel durch einen Mundschutz, was in China sehr verbreitet ist, bei uns aber nicht ankommt. Es gibt auch Cremen, die man auf die Nase reibt und die Pollen vor dem Eindringen in die Nasenlöcher schützen“, sagt Dr. Pescollderungg.

Die Primarin der Pädiatrische Pneumologie und Allergologie empfiehlt Antihistaminika, die entweder durch ein Nasenspray, Augentropfen oder Tabletten zu sich genommen werden. Sollte die Nase nicht frei und nicht in der Lage zu filtern sein, so atme man die Pollen durch den Mund ein. Diese gelangen direkt in die Lunge und dabei könne Asthma auftreten. Es gebe auch Nasensprays mit leichtem Cortison, das die Schwellungen in der Nase lindert. Tritt Asthma auf, müsse man spezifische Medikamente zu sich nehmen.

Auch Akkupunktur könne Allergikern helfen, besser durch die Pollenzeit zu kommen. Damit sollen die Energielinien im Körper verändert werden und dies könne dazu führen, dass das Immunsystem nicht so stark auf die Allergene reagiere. Eine Verbesserung sei, so betont die Expertin, allerdings sehr personenbezogen und hänge vom Patienten ab. Vor allem chinesische Wissenschaftler sind von der Heilkraft der Akkupunktur überzeugt.

Messgeräte in ganz Südtirol

Vor allem an den Orten, wo noch nicht gemäht wurde, ist die Pollenkonzentration derzeit hoch. Wurde vor kurzer Zeit gemäht, trocknen die Pollen am Boden und es reicht ein Windstoß, um sie in Umlauf zu bringen.

„Innerhalb kürzester Zeit können Pollen vom Olivenbaum am Gardasee zu uns gelangen“, sagt die Primarin. In Südtirol gibt es Pollenmessgeräte, die die Konzentration der Pollen messen.

Auf der Website der Provinz kann man diese Werte einsehen.

stol/jno

 

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