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Artikel vom Montag, 2. Juli 2018

Macht „Superfood“ fit und gesund?

Die Erwartungen an Früchte wie südamerikanische Acai-Beeren, Granatäpfel und asiatische Gojibeeren sind hoch. Als sogenanntes Superfood sollen sie fit, schlank und gesund machen. Doch was genau ist Superfood und gibt es auch heimische Alternativen?

Die Gojibeere gilt als die Königin unter den Superfoods.

Die Gojibeere gilt als die Königin unter den Superfoods. - Foto: shutterstock

Seit der Trend vor einigen Jahren aus den USA nach Europa schwappte, liegen mehr und mehr exotische Lebensmittel unter dem Titel Superfood in den Regalen der Einkaufsmärkte. Zahlreiche Köche haben Bücher mit Rezepten für Superfood veröffentlicht. Doch was genau ist Superfood?

Was ist Superfood?

Eine rechtlich bindende Definition, welche Lebensmittel so genannt werden dürfen, gibt es nicht, sagte Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn.

„Im Allgemeinen werden unter Superfood besonders nährstoffreiche Lebensmittel zusammengefasst, vor allem aus dem Bereich Obst und Gemüse.“

Demnach ist Superfood oft reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, die gesundheitsfördernde Wirkungen haben können. Als typische Vertreterinnen nennt Gahl Gojibeeren, Chiasamen, Acai-Beeren und Granatäpfel.

„Mehr und mehr kommen aber auch heimische Produkte wie Heidelbeeren, Brennnessel oder Hagebutte hinzu.“

Exotisches Superfood nicht unbedingt notwendig

Dass bisher vor allem Nahrungsmittel aus weit entfernten Ländern als Superfood gelten, ist aus Sicht der Bremer Verbraucherzentrale kein Zufall. Die Verbindung aus Exotik und Gesundheitswert reize viele Menschen, sagte Regina Aschmann, die Interessierte bei Ernährungsfragen berät.

Nötig seien solche Früchte für die Gesundheit allerdings nicht. „Wer sich abwechslungsreich mit gesunden, heimischen Lebensmitteln ernährt, braucht kein exotisches Superfood.“

Produkte aus anderen Kontinenten bergen Aschmann zufolge einige Gefahren. „Bei exotischen Lebensmitteln ist das Risiko viel größer, dass trotz Bio-Siegel die Vorgaben nicht eingehalten werden.“

Werbebotschaften über den gesundheitlichen Nutzen – etwa, dass Granatäpfel bei Wechseljahrbeschwerden und Prostatakrebs helfen – seien mit Vorsicht zu genießen. „Es wird das Blaue vom Himmel versprochen und vieles ist nicht bewiesen.“

Problem: lange Transportwege

Gahl zufolge kann exotisches Superfood den Speiseplan bereichern, einen gesundheitlichen Mehrwert habe es im Vergleich zu heimischem Obst und Gemüse aber nicht.

Die Ernährungswissenschafterin verweist zudem darauf, dass sich die langen Transportwege von exotischen Nahrungsmitteln negativ auf den Nährstoffgehalt und die Klimabilanz auswirken können.

Dass Leinsamen eine gute und günstigere Alternative zu Chiasamen sein können, ist vielen ernährungsbewussten Menschen inzwischen bekannt.

Alternativen gibt es viele. Statt Gojibeeren empfehlen Fachleute Ribisel, statt Acai-Beeren Heidelbeeren oder Weichseln.

apa/dpa

 

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