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Artikel vom Dienstag, 11. Juni 2019

Akademiker starten als Hüttenwirte durch

„Es war anstrengend, aber sehr schön“: So erlebten Martina Bordignon und Andrea Minotti das erste Wochenende als Wirtsleute der Überetscher Hütte am Roen im Gemeindegebiet Tramin. Dass sich das junge Paar – beide Akademiker – beruflich ganz neu orientiert hat, mag verwundern. Sie suchten beide die Natur.

Andrea Minotti und Martina Bordignon.

Andrea Minotti und Martina Bordignon. - Foto: D

Beide sind überzeugt, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Martina Bordignon ist 29 Jahre alt, stammt aus Bozen und hat ein abgeschlossenes Literaturstudium aufzuweisen. 4 Jahre lang unterrichtete sie am Gymnasium.

„Die Natur zog mich aber immer schon an, und ich beschloss, mir den Traum zu erfüllen und eine Schutzhütte zu übernehmen“, sagt die junge Frau und kommt richtig ins Schwärmen, wenn sie von den Bergen, der heilen Natur und dem freien Leben dort oben spricht.

Sie wandte sich an den italienischen Alpenverein, holte Informationen ein und brachte auch ihren Wunsch vor, eine Schutzhütte anvertraut zu bekommen.

Mit Andrea Minotti, 30 Jahre alt, fand Bordignon einen Gleichgesinnten. Auch er ist Akademiker, hat Kommunikationswissenschaften studiert und im Bozner Tourismusverein gearbeitet. Beide faszinierte die Idee, aus dem gewohnten Alltag auszusteigen und sich auf das berufliche Abenteuer als Hüttenwirte einzulassen.

Die beruflichen Sporen verdienten sie sich 2 Sommer lang auf Schutzhütten in den Dolomiten: auf der Puez- und der Kostner-Hütte in Gröden. „So haben wir den neuen Beruf gelernt“, erzählt Bordignon. Die Erfahrungen überzeugten und bestärkten sie im Vorhaben, diesen beruflichen Weg fortsetzen zu wollen. Im vergangenen Herbst unterbreitete ihnen der Alpenverein ein Angebot zur Führung der Überetscher Hütte. Sie liegt auf 1775 Metern Höhe am Roen und ist vom Mendelpass, vom Nonstal, von Tramin oder auch von Kaltern aus erreichbar. „Das alte, schöne Schutzhaus ist ein Bau aus Holz und Steinen und befindet sich in bester Lage – mit Ausblick ins untere Etschtal“, sagt Bordignon begeistert. Hinter der Schutzhütte ist der einfache Klettersteig, der zur Roenspitze führt.

Von Südamerika nach Südtirol

Mit Juni hat die neue Saison begonnen, und sie geht bis Ende Oktober. Am Herd steht Bordignon, und sie hat sich auf die Südtiroler Küche spezialisiert. Geboten wird auch eine Übernachtungsmöglichkeit.

Der Anfang ist gemacht, und das junge Paar freut sich auf den Sommer als Hüttenwirte oben am Berg.

„Im vorigen Winter unternahmen wir eine Reise durch die Anden in Südamerika, und da haben wir das einfache Leben schon kennengelernt“, sagt Bordignon.

D/br

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