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Artikel vom Mittwoch, 5. September 2018

Transhumanz im Schnalstal: Die Rückkehr der Schafe

Der Rückweg ins Schnalstal von Vent im Ötztal ist aufgrund der milderen klimatischen Bedingungen für Mensch und Tier zumeist viel einfacher zu bewältigen als die Überquerung des Alpenhauptkammes im Frühjahr, die eine gewaltige Herausforderung für Mensch und Tier darstellt. Im Zuge der Transhumanz bereiten die Schnalser Gastbetriebe wie jedes Jahr auch heuer wieder besondere kulinarische Highlights vom Schnalser Schaf zu.

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Foto: Katerina Fiser

Foto: Katerina Fiser

Die Schnalser Hirten treiben ihre Schafe seit Jahrtausenden im Frühsommer über Jöcher und Gletscher nach Vent im Ötztal und Anfang September wieder zurück. - Foto: Manfred Waldner

Die Schnalser Hirten treiben ihre Schafe seit Jahrtausenden im Frühsommer über Jöcher und Gletscher nach Vent im Ötztal und Anfang September wieder zurück. - Foto: Manfred Waldner

Jedes Jahr im September kommen die Schafe ins Schnalstal zurück – wie bereits seit Jahrhunderten. Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag ist es wieder soweit. Das Video zeigt Eindrücke der Transhumanz von Samstagmorgen.

NIEDERTALALM– NIEDERJOCH (3019M) – VERNAGT (1700M)

Bis zu 2.200 Schafe und 300 Ziegen ziehen am frühen Morgen von der „Niedertal-Alm“ im Venter Tal (Österreich) durch hochalpines Gelände (ungefährlich) hinauf zum Niederjoch (3019 m) bzw. zur „Similaunhütte“, wo der erste Teil der Herde bereits gegen 9 Uhr eintrifft. Nun folgt der gefährlichste Teil des Schafabtriebs, vor allem dann, wenn schon etwas Schnee liegt oder der Weg bzw. einzelne Wegpassagen etwas vereist sind. Unterhalb der Hütte schlängelt sich der Zug abwärts auf einen nicht allzu breiten Weg durch steiles und felsiges Gelände (hinunter bis ca. 2.600 Meter). Dann wird es wieder etwas flacher und ungefährlicher.

Foto: Diego Leder

Nach einer Rast in der Mitte des Tisentales zieht die Herde abwärts nach Vernagt, wo sie um ca. 14 Uhr eintrifft. Schon von weitem sieht man eine nicht enden wollende Schlange von Schafen (ca. ½ Stunde). Bei der „Schofschoad“ (Sammelstelle) werden die Hirten und Treiber von Scharen von Einheimischen und Gästen mit einem großen Hirtenfest erwartet. Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten bieten die Martin Busch Hütte und die Similaunhütte.

Termin: 8. September 2018

ROFENBERGALM – HOCHJOCH (2856M) - KURZRAS (2011M) Am frühen Morgen starten ca. 1.500 Schafe bei der Rofenberg-Alm im Venter-Tal (A). Vor dort führt der Weg durch hochalpines Gelände (ungefährlich), hinauf zum Hochjoch bzw. der Schutzhütte „Schöne Aussicht (2845m). Dort trifft die Herde zwischen 11 und 12 Uhr ein. Nach einer kurzen Pause auf der Hütte geht es dann im gemütlichen Tempo abwärts, anfangs durch steiles, felsiges Gelände, dann flacher, zuletzt wieder steiler, bis nach Kurzras, wo die Herde dann zwischen 15 und 16 Uhr eintrifft. Nahe der „Schofschoad“ (Sammelstelle) findet bereits ab 10 Uhr vormittags ein zünftiges Hirtenfest mit traditioneller Musik und lokalen Spezialitäten statt. 
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten bieten die Hochjoch Hohspitz Hütte und die Schöne Aussicht Hütte

Termin: 9. September 2018

Spezialitätenwoche im Zuge der Transhumanz (31. August bis 23. September 2018)

Das Schaf: Was rankt sich im Schnalstal nicht an Geschichten um diese sanften Herdentiere. Seit jeher boten sie den Bauern im Tal viel Nützliches für den harten Bergbauernalltag. Die Schnalser Schafe sind auf das Leben im alpinen Raum perfekt eingestellt und werden dort auf den hochalpinen, kräuter- und mineralhaltigen Weidenflächen mit bestem ökologischem Futter versorgt.

Die Schnalser Hirten treiben ihre Schafe seit Jahrtausenden im Frühsommer über Jöcher und Gletscher nach Vent im Ötztal und Anfang September wieder zurück. Dieses historische Ereignis nennt man Transhumanz. Im Zuge dessen, bereiten die Schnalser Gastbetriebe besondere kulinarische Highlights vom Schnalser Schaf zu.

Foto: Helmut Rier

stol

 

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