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Artikel vom Montag, 19. August 2019

Alcide Degasperi vor 65 Jahren gestorben

Der Name Degasperi ist mit einem wichtigen Kapitel der Südtiroler Geschichte eng verknüpft: Am 5. September 1946 hat nämlich der damalige italienische Ministerpräsident Alcide Degasperi mit dem österreichischen Außenminister Karl Gruber das Pariser Abkommen (Gruber-Degasperi-Abkommen) unterzeichnet, das die Grundlage für das Erste Autonomiestatut Südtirols von 1948 darstellte. Heute, am 19. August 2019, jährt sich zum 65. Mal der Todestag von Degasperi.

Der berühmte Handschlag von Aldide Degasperi (r.) und Karl Gruber vom 5. September 1946.

Der berühmte Handschlag von Aldide Degasperi (r.) und Karl Gruber vom 5. September 1946. - Foto: D

Alcide Degasperi wurde am 4. April 1881 in der Gemeinde Pieve Tesino im damaligen Welschtirol, der heutigen Provinz Trient, geboren. Der Öffentlichkeit bekannt wurde er vor allem als erster Vorsitzender der Partei Democrazia Cristiana (DC) und als Ministerpräsident der Republik Italien von 1945 bis 1953. In dieser Funktion unterzeichnete er auch das Pariser Abkommen am 5. September 1946 mit dem österreichischen Außenminister Karl Gruber, welches als friedliche Konfliktlösung der Südtirol-Problematik in die Geschichte einging. Heute wird dieser Tag noch immer als „Tag der Autonomie“ gefeiert.

Studium in Wien

Als Sohn eines Polizeibeamten wuchs Degasperi in relativ bescheidenen Verhältnissen auf. In jungen Jahren studierte er in Wien Philosophie und Literatur, wo er die deutsche Sprache perfekt erlernte. Er setzte sich stark für die Errichtung einer italienischen Fakultät der Rechtswissenschaften ein, an deren Eröffnung er 1904 in Innsbruck teilnahm.

Ein Jahr später begann er als Redakteur der Zeitung „Il Trentino“ zu arbeiten, deren Direktor er nach kurzer Zeit wurde. In dieser Zeitung bezog er oft Stellung zugunsten einer Autonomie für Welschtirol und zur Verteidigung der italienischen Kultur im Trentino.

Im Jahre 1911 wurde er Abgeordneter der Trentiner Volkspartei (PPT) im österreichischen Reichsrat, wo er sich weiterhin für eine Autonomie für das Trentino einsetzte.

Die Zeit im Königreich Italien

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden unter anderem Südtirol und das Trentino ein Teil des Königreichs Italien. Dort war Degasperi einer der Mitbegründer der Italienischen Volkspartei (Partito Popolare Italiano – PPI). Zudem befürwortete er eine Zusammenarbeit mit dem Faschistenführer Benito Mussolini.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekleidete Degasperi zunächst das Amt des Außenministers und dann jenes des Ministerpräsidenten. In jene Zeit fallen neben der Unterzeichnung des Gruber-Degasperi-Abkommens auch seine Bemühungen bezüglich der Westintegration Italiens und der Beitritt des Landes zur UNO.

Das Pariser Abkommen

Am 5. September 1946 unterzeichneten Degasperi und Österreichs Außenminister Gruber in Paris jenes Abkommen, das Südtirol das Fortbestehen als tirolisches Land als Ersatz für die verweigerte Selbstbestimmung garantieren sollte. Als es um die Durchführung des Pariser Abkommens ging, lehnte Degasperi die Zuziehung von Südtirolern zu den Beratungen ab.

Auszeichnungen für seine politische Tätigkeit

1952 erhielt er in Anerkennung seiner steten Förderung der europäischen Einigung den internationalen Karlspreis zu Aachen. 2 Jahre später wurde er zum Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung der EGKS, dem dem Vorläufer des Europäischen Parlamentes, gewählt.

Am 19. August 1954, also vor genau 65 Jahren, ist Alcide Degasperi in seiner Wahlheimat Borgo Valsugana im Alter von 73 Jahren gestorben.

stol (Quellen: Wikipedia und „Südtirol A - Z“)

 

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