Bei seiner Rede vor dem Südtiroler Unternehmerverband zeigte sich der italienische Außenminister begeistert von Südtirol. „Südtirol habe es geschafft, die richtige Mischung zwischen Tradition und Innovation und Forschung zu finden“, sagte Alfano bei seiner Rede in der Messe Bozen.„Südtirol taucht in den Statistiken häufig an der Spitze auf“„Dies sieht man auch an den europäischen Statistiken, in denen Südtirol oftmals an der Spitze auftaucht.“ Auch was die Exporttätigkeit anbelangt, sei Südtirol „top“, so Alfano. Minister Alfano bei seiner Rede am Mittwoch in der Messe Bozen. - Foto: Roadshow ICE BozenDies sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine funktionierende und wettbewerbsfähige Wirtschaft.Vier-Augen-Gespräch mit KompatscherBei dem anschließenden Gespräch mit Landeshauptmann Kompatscher erinnerte dieser daran, dass es nach mehreren Aussprachen und Treffen in Rom und in Südtirol gelungen sei, die Errichtung einer Mauer oder eines Grenzzauns am Brenner zu vermeiden.„Als Innenminister hat Angelino Alfano im vergangenen Jahr sich dafür eingesetzt, dass in Italien die Voraussetzungen geschaffen werden, um den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Dank der seit damals ruhigen Lage am Brenner gibt es bis dato weder Grenzschließungen noch Kontrollen direkt am Brenner.“, sagte Kompatscher am Mittwoch.Auch Minister Alfano verwies darauf, dass die Situation am Brenner aufgrund der guten Zusammenarbeit mit Österreich unter Kontrolle sei und würdigte dabei die Mittlerrolle Südtirols. Diese Zusammenarbeit, so der Außenminister, gelte es fortzusetzen, um auch in Zukunft Sicherheit zu gewährleisten. Alfano würdigt Effizienz der Zusammenarbeit Minister Alfano bedankte sich bei Landeshauptmann Kompatscher zudem für den Empfang in Südtirol, würdigte die Effizienz des Landes und die Zusammenarbeit.„Es ist nicht das erste Mal, dass ich mit Südtirols Landeshauptmann in Rom oder in Südtirol zusammentreffe. Keines dieser Treffen war ein reiner Höflichkeitsbesuch. Immer hat er eine lange Liste von Südtirol-Themen auf der Agenda, die er mit Hartnäckigkeit und Nachdruck voranbringt.“Die gute Zusammenarbeit, die sich so entwickelt habe, habe eine Reihe positiver Ergebnisse für Südtirol gezeitigt, erklärte Außenminister Alfano.Alfanos Besuch in der HandelskammerAlfano besuchte nach dem Gespräch mit Landeshauptmann Kompatscher am Mittwoch Mittag die Handelskammer Bozen, um mit der Führungsspitze der Handelskammer, des Landes, der IDM und ausgewählten Südtiroler Unternehmern über das Thema Export zu diskutieren. Michl Ebner, Angelino Alfano und Arno Kompatscher am Mittwoch beim Treffen in der Handelskammer. - Foto: Handelskammer BozenRoadshows für die InternationalisierungDer Minister für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit hat sich die Unterstützung von italienischen Unternehmen bei ihren Exportbemühungen auf die Fahne geschrieben.Deshalb finden seit Anfang des Jahres in ganz Italien Roadshows für die Internationalisierung statt, mit Expertenvorträgen und persönlichen Beratungsgesprächen. Am Mittwoch machte die Roadshow in Bozen halt und Minister Alfano war mit dabei.„2016 stieg der Handelsüberschuss Italiens um 9,7 Milliarden im Vergleich zum Jahr 2015, und erreichte somit 51,5 Milliarden Euro und damit den höchsten Wert im Zehnjahreszeitraum 2007/2016. Diese Daten zeigen, welch grundlegende Rolle der Außenhandel für unsere Wirtschaft spielt, und wie wichtig infolgedessen die Internationalisierung unserer Unternehmen ist. Bei diesem Prozess steht das Außenministerium an vorderster Front, um den italienischen Betrieben alle Unterstützungsmaßnahmen der wirtschaftlichen Diplomatie zur Verfügung zu stellen.“, sagte Alfano im Rahmen der Roadshow am Mittwoch in Bozen.Runder Tisch zum Thema ExportAnschließend nahm der Minister am runden Tisch zum Thema Export mit der Führungsebene der Handelskammer, des Landes, der IDM – dem Wirtschaftsdienstleister des Landes und der Handelskammer und ausgewählten Vertretern von Südtiroler Unternehmen mit hoher Exportquote teil. Runder Tisch zum Thema Export am Mittwoch in der Handelskammer. - Foto: Handelskammer BozenDarunter befanden sich Alupress, Durst Phototechnik, Iveco Defence Vehicles, Leitner Gruppe, Microtec, Oberalp, Roechling Automotive, Rubner Gruppe, VOG Products, VOG – Verband der Obstgenossenschaften und Zipperle.„Es braucht Zusammenspiel zwischen Unternehmen und Diplomatie“Angelino Alfano nahm Stellung zu den Diensten, welche sein Ministerium den italienischen Betrieben bietet.„Es braucht ein Zusammenspiel zwischen Unternehmen und Diplomatie, um das ‚Made in Italy‘ weiter zu verbreiten. Das Außenministerium und das Netz an Botschaften und Konsulaten unterstützen die Unternehmen bei den Internationalisierungsbemühungen mit Information und Begleitung durch die lokalen Behörden vor Ort“, so Minister Alfano.Ebner: „Für die Südtiroler Wirtschaft ist die Unterstützung der italienischen Regierung wichtig“„Südtiroler Unternehmen sind Jahr für Jahr immer stärker auf den internationalen Märkten aktiv. Sie exportierten 2016 Waren im Wert von 4,43 Milliarden Euro. Doch bei der Erschließung neuer Märkte sehen sie die Bürokratie als größte Hürde. Deshalb ist es für die heimische Wirtschaft wichtig, die italienische Regierung hinter sich zu wissen und ihre Angebote zu kennen“, sagt Handelskammerpräsident Michl Ebner.„Südtiroler Unternehmen im Export bemerkenswert“In dieselbe Kerbe schlägt Landeshauptmann Arno Kompatscher: „Südtirols Unternehmen verzeichnen im Export bemerkenswerte Ergebnisse. Das ist sehr erfreulich, weil diese Betriebe maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung unserer Wirtschaft beitragen. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Förderschiene des Landes zugunsten der Internationalisierung und die Arbeit von IDM in Sachen Exportförderung greifen.“Abschließend fand eine Diskussionsrunde statt, wo die Unternehmen Fragen an den Minister richten konnten.Weitere Besuche am Nachmittag geplantAm Mittwoch Nachmittag wird Minister Alfano noch die Dr. Schär AG in Burgstall und die TechnoAlpin AG in Bozen besuchen. lpa/stol