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Artikel vom Sonntag, 18. August 2019

Alpbach: Kompatscher fordert Marshallplan gegen Klimakrise

Tiroltage in Alpbach: Die Wissenschaft der Euregio fordert Antworten auf die Klimakrise. Landeshauptmann Arno Kompatscher antwortet mit einem Signal an die EU: Es braucht hohe Investitionen für Klimaprojekte in Afrika.

Kompatscher: „Wir werden Freiheit und Sicherheit mit Verantwortung verteidigen, indem wir auf lokaler Ebene gemeinsam für die Welt handeln.“ - Foto: Land Tirol / Sedlak

Kompatscher: „Wir werden Freiheit und Sicherheit mit Verantwortung verteidigen, indem wir auf lokaler Ebene gemeinsam für die Welt handeln.“ - Foto: Land Tirol / Sedlak

Das Land Südtirol will mit gutem Beispiel voran gehen: Bei den Tiroltagen vom 16. bis 18. August in Alpbach forderte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher die Europäische Union auf, jährlich ein Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes in einen „Klima-Marshallplan“ für Afrika zu investieren. Er antwortete damit unter anderem auch auf eine Forderung der Expertinnen und Experten des EuregioLab, die im vergangenen Jahr Vorschläge der Forschung für die Euregio erarbeitet hatten. Sie hatten unter anderem auch Antworten auf die Klimakrise gefordert.

Klima-Marshallplan hilft dreifach

Kompatscher sprach bei der Eröffnung der Tiroltage auch in seiner Funktion als Präsident der aus den 3 Ländern Tirol, Südtirol und Trentino bestehenden Europaregion. Er ist überzeugt, mit einem massiven finanziellen Schub in Afrika gleich dreifach zu helfen: „Erstens tun wir etwas gegen die Klimakrise, die größte Herausforderung unserer Menschheit. Zweitens geben wir den Menschen in Afrika eine Zukunft und sie müssen nicht nach Europa auswandern. Das hilft drittens uns Europäern selbst: Sowohl beim Klima- als auch beim Migrationsthema.“

Die NATO fordere von der EU 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung. Die Hälfte davon entspräche 200 Milliarden Euro, sagt der Landeshauptmann: „Damit könnten wir Europäer in Afrika enorm viel bewegen.“ Er denkt vor allem an Projekte, die Wald wiederaufforsten, Land urbar machen, aber auch an Investitionen in Technologien, die das Klima schützen und Arbeitsplätze schaffen.

Südtirol selbst - sprich das Land, kombiniert mit Anreizen für die Privatwirtschaft - könne im Verhältnis zwar nur einen kleinen Beitrag leisten, aber es werde mit positivem Beispiel vorangehen: „Wir werden in den kommenden Jahren schrittweise rund 100 Millionen Euro in Klimaschutzprojekte investieren – zusätzlich zu unserer bisherigen Entwicklungszusammenarbeit.“

Freiheit und Sicherheit verteidigen

Bei der offiziellen Eröffnung mit landesüblichem Empfang sowie einem Festakt gingen die 3 Landeshauptleute der Europaregion auf das Motto des Forums Alpbach „Freiheit und Sicherheit“ ein. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte, in Europa habe man sich an Freiheit und Sicherheit gewöhnt: „Heute ist dies nicht mehr so selbstverständlich. Wir werden diese Werte in der Europaregion verteidigen, indem wir lokal und global Verantwortung übernehmen.“

Gerade deshalb sei es gut, wenn die ersten Tage des Forums, die traditionellen Tiroltage, die „Forschung in der Europaregion“ in den Mittelpunkt stellen: „Die Wissenschaft hilft uns, gegen Fake News zu argumentieren und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ 

Kompatscher lobte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit: „Forschung kennt keine Grenzen: Sie soll allen dienen und allen zugänglich sein.“ Es freue ihn auch zu sehen, dass die von der Euregio geförderten Austauschprogramme sowohl zwischen Forschenden als auch Studierenden Früchte tragen.

lpa

 

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