Der Antrag war bereits im Oktober andiskutiert worden, doch so recht viel weiter kommt das hohe Haus bei diesem heißen Thema offenbar nicht. Mindestens einmal die Woche DamensaunaDer Inhalt: Die Landesregierung soll verpflichtet werden, alle Wellnessanlagen Südtirols, die mit Sauna oder Dampfbädern ausgestattet sind und öffentliche Förderungen erhalten, anzuhalten, mindestens einmal wöchentlich eine Damensauna nach 18 Uhr anzubieten oder alternativ dazu zusätzlich zur gemischten Sauna einen Bereich ohne vorgegebene Uhrzeiten den Frauen vorzubehalten. Zudem sei dafür Sorge zu tragen, dass die Damensauna möglichst nicht überall am selben Tag angeboten wird, um eine breite Auswahl zu garantieren. Und: Es sei zu fordern, dass während der Damensauna die Saunabesucherinnen nur von weiblichen Mitarbeiterinnen betreut werden.Foppa: Für viele Frauen problematisch “In Südtirol bieten nur ein paar Anlagen Saunabereiche oder bestimmte Termine bis in die Abendstunden an, die nur Frauen vorbehalten sind”, bemerkte Brigitte Foppa (Grüne). In den meisten Einrichtungen, wie zum Beispiel in der Therme Meran, seien die Saunen während den Öffnungszeiten fast ausschließlich für ein gemischtes Publikum aus Frauen und Männern geöffnet, während die Damensauna nur vom späten Vormittag bis 18 Uhr geöffnet sei."Dies ist für viele Frauen problematisch, die es sich nicht leisten können, einen Nachmittag für sich allein zu haben, aber ein solches Angebot gerne in Anspruch nehmen würden, da sie aus persönlichen oder hygienischen Gründen oder aus Schamgefühl nicht mit Männern saunieren wollen", erklärt Foppa den Antrag. Dasselbe gelte selbstredend auch für die Männer.Pöder: Auch Männer werden angeschautWenn er sich verstecken wolle, gehe er nicht in die Sauna, meinte Andreas Pöder (BU), und auch Männer würden in der Sauna angeschaut. Jene Damen, die nur in eine Damensauna gehen wollten, fänden dazu auch die Gelegenheit. Das Sexismusthema sei hier fehl am Platz, sonst müsste man auch getrennte Schwimmbäder fordern.Ulli Mair (Freiheitliche) tat sich ebenfalls schwer mit diesem Antrag. Foppa habe nicht für die Frauen, sondern gegen die Männer gesprochen. Diese Debatte sei nicht sinnvoll, auch weil sie aus einer Ecke komme, die andauernd mehr Sichtbarkeit für Frauen und rosa Quoten fordere.Steger: Starrt wegen Kurzsichtigkeit keine Frauen anDieter Steger (SVP) bezweifelte, dass das Thema eine Aufgabe für den Gesetzgeber sei. Die Privaten könnten sich selbst sehr gut organisieren, und wenn der Wunsch nach einer Damensauna bestehe, dann werde dem auch entsprochen. Der Gesetzgeber sollte nicht in private Unternehmen dreinreden. Wenn solche Themen aufgegriffen würden, seien Sexismusvorwürfe nicht weit.Amüsantes Detail am Rande: Steger bekräftigte in der Sauna schon alleine wegen Kurzsichtigkeit keine Frauen anzustarren. Damensauna Antrag führt zu Kontroversen und unterhaltsamen Outings: @DieterSteger bekräftigt in der Sauna schon alleine wegen Kurzsichtigkeit keine Frauen anzustarren. #landtaglive&mdash Verdi Grüne Vërc (@GrueneVerdiVerc) 8. November 2017Hans Heiss (Grüne) bat darum, das Thema, das einem realen Bedürfnis entspreche, nicht als lächerlich abzutun. Viele Frauen ließen sich nicht gerne beschauen, und das sei zu respektieren.Knoll: Erste Damensauna von Sittenpolizei gestürmtDie gemischte Sauna gebe es noch nicht lange, bemerkte Sven Knoll (STF), die erste, im Überetsch, sei von der Sittenpolizei gestürmt worden. Es komme vor, dass man in einer Sauna betrachtet werde, aber es lasse sich nicht feststellen, ob ein Blick wertend sei. Es gebe auch Kulturen, die Nacktheit ablehnten, und dann entstehe die Frage, ob auch für diese getrennte Einrichtungen geschaffen werden müssen. Seine Fraktion werde sich enthalten.Das Thema habe mit Sexismus nichts zu tun, erklärte Riccardo Dello Sbarba (Grüne), es gehe vielmehr um die Öffnungszeiten, um eine Verlängerung des bereits bestehenden Angebots für Frauen, die bis 18 Uhr arbeiten.Oberhofer: Nie Beschwerden wegen des BegaffensSie gehe oft in die Sauna und habe noch nie eine Beschwerde wegen Begaffens gehört, berichtete Tamara Oberhofer (F). Für die Frauen wäre es oft unangenehmer, wenn die Männer nicht mehr schauen würden.Der Markt bestimme das Angebot, meinte Magdalena Amhof (SVP). In Brixen sei die Damensauna mangels Nachfrage eingestellt worden, in anderen öffentlichen Betrieben gebe es sie noch. Für kleinere Betriebe sei es auch eine Frage des Personalbedarfs. Die Nachfrage sei generell durchaus gegeben, aber sie bezweifle, dass es die Aufgabe des Gesetzgebers sei, für das Angebot zu sorgen.Waltraud Deeg (SVP) plädierte dafür, das Anliegen vom Sexismusthema zu trennen. Die Bedürfnisse der Frauen seien ihr ein ernstes Anliegen, sie teile aber auch das Argument von Kollegin Amhof.Stocker: Ein Schreiben, aber keine VerpflichtungLR Martha Stocker sah das Grundanliegen als fundiert. Es gehe im Antrag um Zeiten und Kundenorientiertheit. In den Einrichtungen, in denen die Zeiten ausgedehnt wurden, sei dies aufgrund der Nachfrage geschehen. Sie bot an, den Betreibern zu schreiben, mit der Bitte, der Nachfrage Rechnung zu tragen. Aber eine Verpflichtung möchte sie nicht vorgeben.Das Angebot der Landesrätin gehe genau in die richtige Richtung, erklärte Brigitte Foppa. Ihr Antrag gehe auf einen Wunsch von Frauen zurück, deren Bitte um Verlängerung der Öffnungszeiten nicht entsprochen wurde. Sie wunderte sich, dass daraus gleich eine Sexismusdebatte wird. Der Antrag beziehe sich auf die öffentlichen Anlagen. Sie bat schließlich um Vertagung, um noch einiges mit der Landesrätin zu klären.Das Thema wird dem Landtag künftig also auch weiter heiße Debatten bescheren. stol/ker