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Artikel vom Dienstag, 16. Juli 2019

Entnahme von Wölfen möglich

Das 2018 verabschiedete Südtiroler Landesgesetz zur Regulierung und Entnahme von Großraubwild ist legitim: Das hat der Verfassungsgerichtshof am Dienstag im Berufungsverfahren festgestellt.

Problemwölfe dürfen entnommen werden.

Problemwölfe dürfen entnommen werden. - Foto: shutterstock

Genau ein Jahr, nachdem der Südtiroler Landtag das Gesetz „Vorsorge- und Entnahmemaßnahmen bei Großraubwild“ verabschiedet hat, hat das Verfassungsgericht am Dienstag dessen Rechtmäßigkeit bestätigt. Dies hat das Presseamt des Verfassungsgerichtes in einer Aussendung mitgeteilt. Auch das von der Provinz Trentino beschlossene Großraubwild-Gesetz wurde gleichzeitig bestätigt. 

Entsprechend groß ist die Erleichterung in Südtirol. Landeshauptmann Arno Kompatscher spricht in einer ersten Reaktion von einer „bedeutenden Bestätigung unserer Vorgangsweise.“ Das Gericht erkenne Südtirols autonome Zuständigkeit und Verantwortung zum Schutz der traditionellen Almwirtschaft an.

Senator Meinhard Durnwalder hat das Schlupfloch gefunden

Auch Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler, der das Gesetz vergangenes Jahr mit Senator Meinhard Durnwalder erarbeitet hatte, freut sich: „Das Gericht erkennt an, dass der Schutz unserer Berglandwirtschaft zumindest gleich wichtig ist wie der Umweltschutz. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einem eigenständigeren Großraubwild-Management.“

„Weil wir beim Umweltschutz aber keine Zuständigkeit haben, mussten wir andere Wege suchen“, sagt Senator Durnwalder, der das Schlupfloch gefunden hat, das nun gehalten hat.

 „Wenn ein Landesgesetz vor dem Verfassungsgericht angefochten wird, ist man immer über den Ausgang des Verfahrens gespannt. Auch dieses Mal habe ich mit Spannung die Urteilsfindung verfolgt und bin nun umso glücklicher, dass es uns gemeinsam gelungen ist, diesen Erfolg für Südtirol einzufahren,“ so Durnwalder. 

Dennoch gibt sich die Landesregierung auch vorsichtig: Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Schuler sind sich einig, dass nun die Hinterlegung des Urteils abzuwarten ist, um die nächsten konkreten Schritte zur Umsetzung des Gesetzes zu tun.

Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene senken

Auch EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann zeigt sich in einer Presseaussendung erfreut. Er kämpfe in Brüssel und Straßburg seit jeher darum, den Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene zu senken und so die Regulierung des Wolfs-, aber auch des Bärenbestandes zu ermöglichen.

Es sei davon auszugehen, dass ansonsten die Zahl der Wölfe in den kommenden Jahren noch weiter ansteige und dadurch immer größere Konflikte zwischen Wolf und Nutztieren entstünden. Umso richtiger sei die Entscheidung, begrüßt Herbert Dorfmann das Urteil: „Südtirol kann die EU-Gesetzgebung direkt umsetzen“, sagt er. Ich arbeite mit vielen Kollegen auf allen Ebenen daran, die europäischen Gesetze flexibler zu machen. Die können wir dann auch in Südtirol ohne römische Fußfesseln umsetzen.“

Die heimischen Berggebiete müssten aufgrund der intensiven Vieh- und Almwirtschaft zum sensiblen Gebiet erklärt werden, betont er. Es brauche eine besondere Regelung für die alpinen Weideflächen. Das heutige Urteil ist, so Herbert Dorfmann, ein wichtiger Schritt in diese Richtung. 

stol/lpa

Klaudia Verdross, Meran

Von den Unkosten her, wäre der Wolf das kleinere Übel.

28.07.2019 18:44 Uhr

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Klaudia Verdross, Meran

@Herr Schwabl, braucht Tirol eine "unkontrollierte Ansiedling" von Illegalen oder Leuten, die für den Staat als Arbeitnehmer nicht zu gebrauchen sind, da sie auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind?

28.07.2019 18:43 Uhr

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Monika Thum, München

Ich dachte nicht, dass ein Herr Laner jägert. Schämen Sie sich nicht, wegen Ihrer Trophäen? Sie sind an Freigheit nicht zu überbieten: Wieso kämpfen sie nicht Auge um Auge und Zahn um Zahn mit einem Wollf? Weil dann würden Sie den Kürzeren ziehen. Deshalb brauchen Sie auf keine Trophäe stolz zu sein. Das zeigt, dass Sie nur in der Lage sind, mit einem Gewehr aus dem Hinterhalt zu töten. So etwas kann jeder Idiot, also auch Sie.

24.07.2019 14:14 Uhr

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Stefan Laner, Mühlwald

Wenn ich ein Jäger wäre, was glaubt ihr, wie stolz ich darauf sein könnte, den ersten Wolf seit 130 Jahren erlegen zu können. So eine Wolfstrophähe ist mehr als Gold wert. Wenn ein echtes Wolfsfell über dem Kamin hängt, das geht in die Geschichtsbücher ein, so wie der letzte Wolf in Villnöß. Bald hängt beim Bauernbund ein Bild mit dem Helden, der den Wolf erlegt. Und die Geschichte wird dann am Kamin erzählt, wie schwierig es war das Fell an die Wand zu bekommen. Ich würde den ersten toten Wolf ja ausstopfen lassen und zum Ötzi ins Museum stellen.

20.07.2019 23:36 Uhr

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Klaudia Verdross, Meran

So ist es, "die Deutschen hatten nicht alle Tassen im Schrank". Es braucht zwar keine "unkontrollierte Ansiedlung von Wölfen" schreiben Sie, dafür aber die unkontrollierte Zuwanderung von Wölfen im Schafspelz. Zweites ist wesentlich gefährlicher.

19.07.2019 00:55 Uhr

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Georg Schwabl, Tisens

Südtirol ist keine Wildnis, daher braucht es auch keine unkontrollierte Ansiedlung von Wölfen. Haben die Deutschen nicht vor Jahren den geschützten Braunbär Bruno in Bayern erlegt? Der Bär hatte kaum die deutsche Grenze überschritten !!! Die Deutschen hatten wohl nicht alle Tassen im Schrank.

17.07.2019 20:10 Uhr

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Klaudia Verdross, Meran

Darauf haben die Normal Null Südtiroler schon lange spekuliert. Sie können es kaum erwarten zum Gewehr zu greifen um die Tierwelt zu attackieren. Es bedauerlich, wenn man keine besseren Ideen hat, um die Probleme mit dem Wolf zu lösen. Die "Endlösung" scheint für viele Bauern und Jäger und andere Befürworter das Beste zu sein. Das bedeutet, dass ihnen Empathie und Mitgefühl für die Kreatur fehlen.

16.07.2019 23:57 Uhr

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Franz Hilpold, Burgstall

Jetzt wird es richtig gefährlich in unseren Wäldern und auf unseren Almen und Wiesen, wenn tausende Jäger und Bauern ungehindert durch die Landschaft streifen und, ohne irgendeine Jagdsaison beachten zu müssen, wild darauflos ballern dürfen. Alles was sich rührt wird gnadenlos abgeknallt: der Fuchs und der Dachs, der Has und der Vogel, der Wolf nicht, denn das ist ja des Nachbarn Hund, aber das Rehkitz und die gerade niedergekommene Hirschkuh (könnte ja der Bär gewesen sein), die Kuh und der Ochs auf der Wiesn, der Seppl vom Nachbarhof, der gerade sein Geschäft im Wald verrichtet und ein paar walsche Schwammerlklauber, alles hat zwei Seiten. Der Bär bleibt dem Michl und für das Tonele vorbehalten, haben ja so erfolgreich die Kampagne aufgeheizt, ja haben sogar zehntausende Bauern, vor allem die sonst geistig nicht so beweglichen, nach Bozen gebracht, um gegen den Dolomitenwolf zu demostrieren. Außer dass den Bären der Lega-Fugatti haben will, was man dem Koalitionsfreund nicht verwehren will.

16.07.2019 21:20 Uhr

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8 Kommentare

 

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