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Artikel vom Samstag, 2. März 2019

Julia Unterberger: „Bordell-Öffnung ein schlechter Faschingsscherz“

SVP-Senatorin Julia Unterberger bringt sich mit klaren Worten in die Diskussion um die mögliche Wiedereröffnung von Bordellen in Italien ein.

Julia Unterberger hält Salvinis Vorstoß in Sachen Bordelle für einen schlechten Faschingsscherz.

Julia Unterberger hält Salvinis Vorstoß in Sachen Bordelle für einen schlechten Faschingsscherz.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini (Lega) hat sich am Donnerstag für die Abschaffung des Verbots von Bordellen in Italien ausgesprochen (STOL hat berichtet). Und Salvini hat damit etliche Reaktionen ausgelöst, auch von SVP-Senatorin Julia Unterberger.

„Alle Jahre wieder flammt durch Aussagen rechter Politiker die Diskussion über die Freudenhäuser wieder auf. Dabei werden Aussagen getätigt die nicht den Tatsachen entsprechen, etwa dass die Prostitution in Italien verboten sei“, schreibt Unterberger in einer Aussendung. Es gelte klarzustellen, dass die Prostitution in Italien eben nicht verboten ist. Jede Prostituierte könne laut Unterberger selbstbestimmt ihrer Tätigkeit nachgehen, auch in ihrer Wohnung.

Verboten ist die Ausbeutung der Prostitution

„Verboten ist lediglich die Ausbeutung der Prostitution“, erklärt Unterberger. „Nach dem Prinzip, dass niemand an der Arbeit der Prostituierten mitverdienen darf, sind Bordelle, in denen der Betreiber - womöglich der Staat - den Hauptverdienst einsteckt und die Prostituierten nur einen Prozentsatz erhalten, verboten.  Das ist auch gut so!“

„Entgegen den Äußerungen der Freierlobby und ihrer politischen Vertreter“ würde die Wiedereröffnung der Freudenhäuser laut Unterberger keine Probleme lösen, sondern diese verschärfen. Bordelle würden lediglich einen Aufschwung des Gewerbes verursachen. Die Erfahrung anderer Länder zeige, dass die Straßenprostituierten rund um Bordelle auf Freier warten, die sich selbiges nicht leisten können.

Sanitäre Kontrollen nur Märchen

„Auch das Argument der sanitären Kontrollen ist ein reines Märchen“, meint Unterberger, „zumal die meisten Geschlechtskrankheiten viel zu lange Inkubationszeiten haben. Im übrigen stellt sich die Frage, wie die Bekämpfung der Gewalt an Frauen mit ihrer Degradierung zur Ware vereinbar sein soll. Die ganze Diskussion beweist einmal mehr, dass in bestimmten politischen Kreisen das Thema Gewalt gegen Frauen lediglich als Argument gegen Migranten aus der Schublade geholt wird.“

stol

 

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