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Artikel vom Montag, 20. März 2017

PD-Senator: Regionen mit Sonderstatut abschaffen

Stefano Esposito ist ein Piemonteser mit Temperament. Und Senator des PD. Und Esposito ist ein Gegner der Regionen mit Sonderstatut. Die gehörten abgeschafft, meinte er am Freitag in der TV-Sendung „L'aria che tira“ im Sender LA7. Und in Südtirol ist der PD der Koalitionspartner der SVP.

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In der TV-Sendung „L'aria che tira“ hat sich Stefano Esposito sehr kritisch gegenüber den Autonomien geäußert. - Foto: Youtube-Kanal „L'aria che tira“/Screenshot

In der TV-Sendung „L'aria che tira“ hat sich Stefano Esposito sehr kritisch gegenüber den Autonomien geäußert. - Foto: Youtube-Kanal „L'aria che tira“/Screenshot

„Die Region Trentino-Südtirol kostet die Italiener 5 Milliarden Euro im Jahr“ schimpft Studiogast Stefano Esposito. Es ist früher Freitagmittag. Seit 11 Uhr läuft auf dem Fernsehsender LA7 die Polit-Talkshow „L'aria che tira“. Etliche Themen haben die Studiogäste, einige sind live zugeschaltet, bereits abgehandelt. Immer mal wieder wird es laut. So wie man das aus italienischen Gesprächssendungen kennt.

Nach 90 Minuten setzt der PD-Parlamentarier aber zum eigentlichen Crescendo an. Zumindest aus Südtiroler Sicht. Oder besser: aus Sicht der Regionen mit Sonderstatut.

Eigentlich geht es gerade um Venetien und die dortigen Sezessionswünsche. Im Einspieler werden unterschiedliche Positionen vorgestellt. Ein junger Mann spricht sich gegen eine Abspaltung von Italien aus und plädiert für ein geeintes Europa. Vertreter der Lega Nord sind da anderer Meinung. Sie wollen ein Referendum, um unabhängiger von Italien zu werden. Dabei verweisen sie auch auf die Region Trentino-Südtirol.

Schnitt. Im TV-Studio ist Stefano Esposito sichtlich sauer. Die Regionen mit Sonderstatut genießen Privilegien, poltert er. Und diese Privilegien würden die italienischen Steuerzahler mit 5 Milliarden Euro finanzieren.

Zwischen Esposito und Lucia Borgonzoni, Gemeinderätin der Lega Nord in Bologna, kommt es zum Wortgefecht. Borgonzoni stellt sich gegen den Zentralstaat, Esposito gegen die Autonomien. Die entsprechenden Passagen können Sie im Youtube-Video nachsehen: 1,29,30 - 1,36,40.

Merlino empörte sich bei L'Arena über Südtiroler

Mittendrin Moderatorin Myrta Merlino. Die Neapolitanerin moderiert nicht, sie heizt die Stimmung an. Das Trentino rege sie auf, das koste alles so viel Geld, es gebe so viel Ungerechtigkeiten, meint sie mit Blick auf die Autonomien.

Merlino ist nicht erst seit dieser Sendung in Südtirol ein Begriff. Vor einer Woche war sie Gast in der Talkshow „L’Arena“ auf Rai 1. In der Sendung von Massimo Giletti meinte sie, die Südtiroler sollten Italien verlassen, „Leute wie euch brauchen wir nicht.“ (STOL hat berichtet).

Nun ist sie in der Rolle der Gastgeberin. Und fragt den PD-Mann Esposito, ob man nicht wenigstens in 30 Jahren die Sonderautonomien abschaffen könne. 30 Jahre, so lange wird es laut Merlino dauern, bis wieder eine Verfassungsreform anstehe.

Stefano Esposito gibt ihr Recht. „Es war ein Nachteil der Reform, dass man die Abschaffung der Sonderautonomien nicht angegangen ist.“

Dann beendet Merlino die Diskussion. Und leitet zur Werbung über.

Die Sendung sorgt mittlerweile für politisches Kopfschütteln in Südtirol. Sven Knoll, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit, kritisiert etwa am Montag in einer Presseaussendung die „Entgleisungen“ des PD-Senators und warnt auch die SVP: „Wer so einen Koalitionspartner hat, braucht keine Feinde mehr in Rom.“

stol/aw

Lothar Thöni, Burgeis

Bla bla bla..!

21.03.2017 08:07 Uhr

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gualtiero sinn, 39012 meran

Schon seit langem daß ich die Volkspartei und daher nicht mehr meine Wahlstimme bekommen solange sie mit dem PD Koalisiert ist - man sieht ja wie der PD seit Jahren Italien regiert und wie Gut es den Italienern geht. Eine nicht unerhebliche Zahl von Pd Abgeordnete mit dem Gesetz zu tun hat. Wenn die Volkspartei noch zum PD steht ist Sie mit der Vereinigung als Komplize anzusehen.

21.03.2017 06:40 Uhr

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2 Kommentare

 

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