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Artikel vom Dienstag, 28. März 2017

Pestizidfreies Mals: 14.000 Protest-Mails an Kompatscher

Seit vergangenen Donnerstag wurde der elektronische Posteingang des Landeshauptmanns überflutet: Nicht weniger als 14.000 Emails erreichten Arno Kompatscher. Er wurde darin aufgefordert, das Pestizidverbot der Gemeinde Mals nicht weiter zu behindern. Kompatscher selbst wies den Inhalt als in weiten Teilen falsch zurück.

Arno Kompatscher weist den Inhalt der Protest-Mails zum Pestizid-Verbot als in weiten Teilen falsch zurück.

Arno Kompatscher weist den Inhalt der Protest-Mails zum Pestizid-Verbot als in weiten Teilen falsch zurück.

Der bayerische Verein „Umweltinstitut München“ hat in der vergangenen Woche erneut eine Aktion zur „Unterstützung der Pestizid-Rebellen von Mals“ gestartet. Per Klick können alle User über die Homepage des Vereins aus eine vorgefertigte Mail an Landeshauptmann Arno Kompatscher verschicken, mit der der Landeshauptmann aufgefordert wird, sich für ein pestizidfreies Mals einzusetzen.

Auch werde damit gedroht, „Südtirol als Urlaubsland zu streichen“. Mittlerweile sind 14.000 solcher Mails verschickt worden. 
Kompatscher: „Inhalte extrem vereinfacht“

Landeshauptmann Arno Kompatscher selbst bezeichnete die Inhalte der E-Mail, die sein elektronisches Postfach überflutet, als in weiten Teilen falsch.

Zudem seien die Sachverhalte "extrem vereinfacht" dargestellt. Die Landesregierung dafür in die Verantwortung zu ziehen, dass die Gemeinde Mals an der Umsetzung des Pestizidverbotes gescheitert sei, sei falsch, da das Versprechen von Anfang an unhaltbar war.

In seiner Antwort an tausende Adressaten verweist der Landeshauptmann darauf, dass der rechtliche Sachverhalt von Anfang an klar war: Nationale und europäische Bestimmungen gelten in diesem Bereich, den eine einzelne Gemeinde nicht autonom und im Widerspruch dazu regeln kann.

Land bemüht sich um intakte Umwelt

Das Bild des kleinen Davids, der sich gegen den großen Goliath wehrt, führe zu einer automatischen Solidarisierung, ist sich der Landeshauptmann bewusst. Daher treffe den einzelnen Absender auch keine Schuld, höchstens jene der Oberflächlichkeit. Der Landeshauptmann erinnert aber an die Bemühungen des Landes für eine intakte Umwelt und eine naturnahe Landwirtschaft.

Belege dafür liefere die Tatsache, dass nahezu jeder zweite Bio-Apfel in Europa aus Südtirol komme und dass das Land die Bio-Landwirtschaft mit neun Millionen Euro unterstütze. 

Aber auch auf europäischer Ebene habe sich Südtirol mit der Initiativstellungnahme zur nachhaltigen Lebensmittelpolitik, die der Ausschuss der Regionen in der vergangenen Woche verabschiedet hat, für eine umweltfreundliche und wohnortnahe Lebensmittelversorgung stark gemacht. 

Das Schreiben von Landeshauptmann Arno Kompatscher im Wortlaut:

lpa/stol

 
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