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Artikel vom Donnerstag, 10. Januar 2019

Ermittler: Angriff auf Bremer AfD-Chef Magnitz war kein Mordversuch

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Vorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Frank Magnitz weiter wegen gefährlicher Körperverletzung. Dies begründe sich unter anderem darin, dass die Tat am Montagabend gemeinschaftlich begangen worden sei, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frank Passade der Deutschen Presse-Agentur. „Das war aber kein Mordversuch.“ Die AfD und Magnitz selbst stufen die Tat vom Montag als solchen ein.

Der Anschlag auf AfD-Politiker Frank Magnitz soll doch kein Mordversuch gewesen sein.

Der Anschlag auf AfD-Politiker Frank Magnitz soll doch kein Mordversuch gewesen sein. - Foto: APA/AFP

Die Partei blieb bei ihrer Darstellung, dass Magnitz mit einem Gegenstand wie einem Kantholz geschlagen worden sei, obwohl das laut Staatsanwaltschaft durch Videoaufnahmen von der Tat klar widerlegt ist. Das Kantholz wurde laut AfD von Handwerkern erwähnt, die Magnitz fanden und die Polizei alarmierten. Dass dies so gewesen sein könnte, schloss auch die Staatsanwaltschaft nicht aus. Allerdings hätten die Handwerker mit dem Rücken zum Tatort gestanden. „Sie haben die Tat nicht gesehen“, sagte Passade mit Blick auf die Aussagen.

Tatvideo zeigt andere Wahrheit

Die beiden Handwerker hätten einige Meter entfernt vom Tatort einen Wagen be- oder entladen und seien durch die Schreie auf den Angriff aufmerksam geworden. Dann seien sie zu Magnitz gelaufen, hätten die stark blutende Kopfwunde gesehen. „Da mag dann das Wort Kantholz gefallen sein“, hielt auch Passade für möglich. Das Tatvideo zeige aber weder einen Schlaggegenstand, noch dass Magnitz, wie von der AfD schon kurz nach der Tat dargestellt, am Boden getreten worden sei. „Es gab kein Kantholz“, so Passade.

Die AfD bemängelte in einer Erklärung, das Video sei bisher nur von der Polizei und der Staatsanwaltschaft gesichtet worden. Passade betonte, dass man es ermöglichen werde, falls Magnitz als Geschädigter es anschauen wolle, gegebenenfalls auch mit einem Anwalt.

dpa

 

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