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Artikel vom Dienstag, 13. August 2019

Hinweise nach Brandanschlag auf FPÖ-Landesgeschäftsstelle

Nach dem Brandanschlag auf die Landesgeschäftsstelle der FPÖ in St. Pölten am Montag in den Morgenstunden sind erste Hinweise eingegangen. Diese würden vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Niederösterreich (LVT NÖ) „in Ruhe abgearbeitet”, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Dienstagnachmittag auf Anfrage. Zuvor war ein Zeugenaufruf gestartet worden.

Der Brand konnte rasch gelöscht werden Foto: APA

Der Brand konnte rasch gelöscht werden Foto: APA

Die Angriffe auf die Parteizentrale am Montag in der Zeit von 1.40 bis 2.07 Uhr erfolgten laut Landespolizeidirektion Niederösterreich mit Wurfbrandsätzen. Verwendet wurde von den vier Tätern vermutlich Benzin. Die Ermittlungen werden vom LVT NÖ in Zusammenarbeit mit der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle sowie der Tatort- und Brandgruppe des Landeskriminalamtes geführt.

Dienstagfrüh wurden von der FPÖ Niederösterreich 5000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ausforschung der Täter führen. Es gehe um rasche Aufklärung. „Wir vertrauen voll und ganz auf die Arbeit der Polizei”, betonte Landesobmann Udo Landbauer. Baumschlager sagte, dass der von den Freiheitlichen ausgesetzte Geldbetrag nicht mit der Exekutive akkordiert gewesen sei.

„Alles andere als ein Lausbubenstreich” 

Die Brandstifter müssten so rasch wie möglich zur Verantwortung gezogen werden, erklärte Landbauer. Ansätze zur Ausforschung gebe es mehrere, „vor allem die Tatsache, dass sich einer der Attentäter, wie auf dem Überwachungsvideo erkennbar, bei dem Brandanschlag offensichtlich selbst angezündet hat. Die Person hat höchstwahrscheinlich Brandverletzungen am Körper, im Gesicht und an den Händen”. Der Anschlag sei „alles andere als ein Lausbubenstreich” gewesen, betonte der FPÖ-Landesobmann. Videoaufnahmen waren noch am Montag veröffentlicht worden.

Wolfgang Kocevar, Landesgeschäftsführer der SPÖ NÖ, teilte indes mit, dass er ein mittlerweile vom Netz genommenes Facebook-Posting der SPÖ Langenzersdorf nach dem Brandanschlag bedauere. Vom freiheitlichen Generalsekretär Christian Hafenecker forderte er nach dessen Aussagen vom Vortag gleichzeitig eine Entschuldigung.

Kocevar kündigte einen Rundlaufbeschluss des Landesparteivorstandes an, um dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPÖ Langenzersdorf, der „auch Mitglied des Bezirksvorstandes ist, eine Verwarnung und ein zeitweiliges Funktionsverbot auszusprechen”. „Worte sind nach solchen Taten absolut mit Bedacht zu wählen - das ist in dieser Situation nicht passiert und auch nicht zu entschuldigen. Deswegen haben wir hier nun gehandelt.”

Hafeneckers Aussagen „völlig unverständlich und daneben”

Hafeneckers Aussagen vom Montag seien „völlig unverständlich und daneben”, sagte Kocevar weiter. Andere Parteien und NGOs bei einer derart abscheulichen Tat willkürlich mitverantwortlich zu machen, sei „absolut letztklassig”.

Für eine Entschuldigung sprach sich auch die rote Ortsgruppe Langenzersdorf in einem weiteren Facebook-Posting aus, „bevor die Lügen-FPÖ heult, weil wir die - mehr als naheliegende - Frage aufgeworfen haben, ob es nicht sogar jemand aus dem Umfeld der FPÖ selbst war, der die Fassade ihres Lagerhaus (sic!) angezündet hat (dazu stehen wir, diese Vermutung ist mehr als naheliegend!)”. Ohne Beweise sei „in hetzerischer Manier” ein „Anschlag von einem Quartett von Linksextremisten, die von SPÖ, Grünen und NGOs wie SOS-Mitmensch gestützt und beschützt werden” unterstellt worden.

apa

 

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