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Artikel vom Sonntag, 18. August 2019

Rettungsschiff „Open Arms” darf in Spanien anlegen

Nach zweieinhalb Wochen auf See hat Spanien dem Rettungsschiff „Open Arms” offiziell Algeciras in Andalusien als sicheren Hafen angeboten. „Ich habe veranlasst, dass der Hafen von Algeciras für den Empfang der #OpenArms aktiviert werden soll”, twitterte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Sonntag. „Spanien handelt immer in humanitären Notfällen.”

Das Rettungsschiff "Open Arms" findet in Spanien einen sicheren Hafen. - Foto: APA (AFP)

Das Rettungsschiff "Open Arms" findet in Spanien einen sicheren Hafen. - Foto: APA (AFP)

Die Lage auf der „Open Arms” sei so schlimm, dass mehrere Migranten ins Meer gesprungen seien, schrieb der Gründer der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Oscar Camps, am Sonntag zu einem entsprechenden Video auf Twitter. „Wir haben seit Tagen davor gewarnt, die Verzweiflung hat Grenzen. Sie springen ins Wasser und Helfer versuchen, sie aufzuhalten.”

Augenzeugen zufolge war die Situation an Bord zuletzt immer angespannter geworden. Einige Migranten hatten demnach bereits damit gedroht, Selbstmord zu begehen oder über Bord zu springen.

Nachdem 27 unbegleitete Minderjährige am Samstag auf der Insel Lampedusa nach Erlaubnis von Regierungschef Giuseppe Conte von Bord durften, harrten noch 107 Migranten auf dem Schiff der spanischen NGO aus. Seit Donnerstag liegt das Schiff in unmittelbarer Nähe von Lampedusa. Jedoch weigert sich Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini strikt, die Menschen an Land zu lassen.

”Die unfassbare Reaktion der italienischen Behörden und insbesondere des Innenministers Matteo Salvini, alle Häfen zu schließen”, habe Spanien zur Öffnung von Algeciras veranlasst, heißt es in einer Mitteilung der Regierung in Madrid. Salvini reagierte auf Twitter: „Wer hart bleibt, gewinnt.”

Auf Facebook schrieb Salvini: „Spanien öffnet seine Häfen. Ich habe nicht auf Beschimpfungen und Morddrohungen reagiert. Ein anderer Minister hätte schon vor Tagen nachgegeben.” Nach Ansicht des Lega-Chefs hätte das spanische Schiff schon von Anfang an einen Hafen in Spanien ansteuern sollen.

apa/dpa/ag.

 

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