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Artikel vom Mittwoch, 26. Juni 2019

„Sea-Watch 3“: Salvini verweigert Landegenehmigung

Der italienische Innenminister Matteo Salvini verweigert die Genehmigung für die Landung des Rettungsschiffes „Sea-Watch 3“ im Hafen von Lampedusa. „Dieses Piratenschiff ist vor Lampedusa. Ich verweigere nach wie vor die Landung“, so Salvini bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Rom.

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 42 Migranten an Bord ist am Mittwoch wenige Meilen vor dem Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa von der Finanzpolizei gestoppt worden. - Foto: Ansa

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 42 Migranten an Bord ist am Mittwoch wenige Meilen vor dem Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa von der Finanzpolizei gestoppt worden. - Foto: Ansa

Salvini sprach sich für die Festnahme der deutschen Schiffskapitänin Carola Rackete aus, die trotz Italiens Verbot die „Sea-Watch 3“ mit 42 Migranten an Bord nach Lampedusa geführt hat. „Es ist, als hätte jemand eine Polizeisperre durchbrochen“, erklärte der Chef der rechten Lega.

Das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 42 Migranten an Bord ist am Mittwoch wenige Meilen vor dem Hafen der süditalienischen Insel Lampedusa von der Finanzpolizei gestoppt worden. Noch unklar ist, wann und ob das Schiff den Hafen erreichen wird. Hier warteten Sicherheitskräfte auf das Rettungsschiff, das laut italienischem Gesetz konfisziert werden sollte.

Menschenrechtsaktivisten demonstrieren

Der Bürgermeister von Lampedusa, Salvatore Martello, sprach von „geschmacklosem Theater“ rund um das Schiff. Seit Tagen würden kleinere Boote mit Migranten auf Lampedusa warten. „Für 42 Migranten, die seit zwei Wochen auf einem Schiff ausharren, ist das die Hölle. Das ist ein geschmackloses Theater“, kritisierte Martello. Menschenrechtsaktivisten hatten auf dem Kirchenplatz von Lampedusa für die Landung der Migranten demonstriert.

Die deutsche Kapitänin des Schiffes, Carola Rackete, ist trotz eines Verbots in italienische Gewässer gefahren und riskiert damit eine Strafe. „Ich habe beschlossen, in den Hafen von Lampedusa einzufahren. Ich weiß, was ich riskiere, aber die 42 Geretteten sind erschöpft“, erklärte die Kapitänin am Mittwoch. (STOL hat berichtet)

Unmenschliche Beschlüsse

Die NGO „Save the Children“ bemängelte, dass „unmenschliche politische Beschlüsse“ dazu geführt hätten, dass der Kapitänin die Verantwortung für die Rettung von Menschenleben überlassen worden sei. Die NGO betonte, dass sich unter den Migranten an Bord drei Minderjährige befinden.

Die Rechtspartei „Brüder Italiens“ (Fratelli d'Italia) meinte, die „Sea-Watch 3“ sollte konfisziert und versenkt werden. „Gegen den Willen des italienischen Staates verletzt die NGO Sea-Watch unsere Grenzen, mit dem Ziel, illegale Migranten nach Italien einzuschleusen“, so Parteichefin Giorgia Meloni.

apa

 

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