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Artikel vom Mittwoch, 19. Juni 2019

Sea-Watch: Lage auf blockiertem Rettungsschiff „extrem angespannt“

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch dringt eine Woche nach der Rettung von Migranten im Mittelmeer darauf, dass alle Geretteten in Italien an Land gehen können. Zehn der insgesamt 53 Migranten haben am Wochenende bereits das Schiff verlassen, das seit Tagen vor den italienischen Gewässern im Mittelmeer ausharrt. Die Situation an Bord bleibe „extrem angespannt“, erklärte Sea-Watch am Mittwoch.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) fordert, dass die Migranten „schnellstmöglich“ an Land gelassen werden.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) fordert, dass die Migranten „schnellstmöglich“ an Land gelassen werden. - Foto: APA/AFP

„Viele der Geretteten müssen medizinisch versorgt werden, viele sind aufgrund von Seekrankheit dehydriert“, erklärte die Medizinerin an Bord der „Sea-Watch 3“, Verena Wurz. „Die Anlandung eines Teils der Gruppe hat auch einen starken psychologischen Effekt auf die an Bord Verbliebenen.“

„Wir müssen diese Menschen schnellstmöglich an einen sicheren Hafen bringen!“, so Kapitänin Carola in ihrer Botschaft von Bord Sea-Watch3.

„Die 43 Menschen sicher an Land lassen“

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums haben mehr als 50 deutsche Städte und Gemeinden bereits schriftlich erklärt, die Migranten aufnehmen zu wollen. Als Voraussetzung für die Aufnahme von Geretteten nannte ein Sprecher aber die „möglichst breite Beteiligung der EU-Mitgliedstaaten und die Übernahme der Koordinierung durch die Europäische Kommission“. „Die Lösung liegt auf dem Tisch. Es ist an der EU und der deutschen Bundesregierung, dies jetzt zu ermöglichen, und an Italien, diese 43 Menschen jetzt sicher an Land zu lassen“, erklärte die Kapitänin des Rettungsschiffs, Carola Rackete.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) forderte ebenfalls, dass die Migranten „schnellstmöglich“ an Land gelassen werden. Die EU-Staaten müssten gemeinsam eine Lösung dafür finden, was „nicht als Ausnahmezustand, sondern als schwere humanitäre Krise definiert werden kann“, hieß es in einer Mitteilung.

Seit Antritt der populistischen Regierung in Rom vor einem Jahr hat es nach Rettungseinsätzen mehrfach Blockaden von Schiffen gegeben. Vergangene Woche hatte das Kabinett in Rom zudem ein Dekret verabschiedet, wonach Hilfsorganisationen bei unerlaubter Einfahrt in einen Hafen Strafen zwischen 10 000 und 50 000 Euro riskieren.

dpa

 

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