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Artikel vom Mittwoch, 11. Januar 2017

Schlierenzauer nach schwerer Sinnkrise zurück

Gregor Schlierenzauer will es noch einmal wissen. Nach gut einjähriger Pause kehrt der Weltcup-Rekordsieger in Wisla auf die Schanze zurück – und will irgendwann auch wieder Siege feiern.

Gregor Schlierenzauer ist zurück.

Gregor Schlierenzauer ist zurück. - Foto: APA

Gregor Schlierenzauer kehrt als neuer Mensch auf die Schanze zurück. 376 Tage Wettkampfpause haben den erfolgreichsten Skispringer der vergangenen zehn Jahre, der an diesem Freitag im polnischen Wisla sein Weltcup-Comeback gibt, verändert. Zum Guten, wie sein Trainer Heinz Kuttin findet. „Du spürst, dass er vom menschlichen ein anderer Typ geworden ist. Das stellen alle fest, die ihn treffen“, sagt Kuttin.

Es ist viel passiert in diesem einen Jahr, nachdem Schlierenzauer am 3. Januar 2016 beim Tournee-Springen in Innsbruck das Finale verpasst und daraufhin entnervt und ausgebrannt sein vorzeitiges Saisonende verkündet hatte.

Wie schlecht es um ihn stand, erzählte der 27 Jahre alte Ausnahmespringer jüngst in einem ORF-Interview: „Ich hatte eine schwere Sinnkrise, stand vor einer schwarzen Wand. Da ist es mir teilweise wirklich nicht gut gegangen. Ich habe nicht mehr gewusst, was ich tun soll. Wer ich bin, was ich will, was ich kann, was mir am Ende des Tages Energie gibt. Das wünscht man keinem.“

Als zur sportlichen und privaten Krise auch noch gesundheitliche Probleme hinzukamen – Schlierenzauer riss sich Anfang April beim Skifahren in Kanada das Kreuzband im rechten Knie -, schien die erfolgreiche Laufbahn des sechsmaligen Weltmeisters und Team-Olympiasiegers von 2010 vor dem Aus zu stehen.

Doch er fasste den Entschluss, dass die Zeit für einen Rücktritt noch nicht gekommen sei, obwohl er schon seit seinem 16. Lebensjahr auf höchstem Niveau im Weltcup unterwegs war. Er trennte das Private vom Sportlichen, stellte sein Management neu auf und absolvierte eine Trainerausbildung.

Und er kehrte an seine sportlichen Wurzeln zurück. In einer Trainingsgruppe mit jungen Athleten fand Schlierenzauer einen ganz anderen Zugang zum Sport und wieder den Spaß am Springen. „Dadurch hat er extrem viel gelernt. Er war ja sehr ehrgeizig, wollte immer der Schnellste und Weiteste sein“, sagt Kuttin. „Jetzt kommt er schon mit einem Grinsen vom Aufwärmen, früher hatte er da immer einen Tunnelblick.“

apa

 

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