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Artikel vom Montag, 20. März 2017

„Während der Saison passieren immer wieder kleine Fehler“

Markus Waldner, der Brixner Renndirektor des Internationalen Skiverbandes (FIS) für die alpinen Ski-Herren, hat zum Saisonfinale in Aspen im Interview mit der APA – Austria Presse Agentur Stellung zur abgelaufenen Weltcup-Saison genommen – und blickte bereits in den kommenden Winter.

Markus Waldner weiß: Dominik Paris arbeitet eifrig an seiner Riesentorlauf-Karriere.

Markus Waldner weiß: Dominik Paris arbeitet eifrig an seiner Riesentorlauf-Karriere. - Foto: D

Waldner über...

... mögliche Lehren aus der Saison: „Wir haben es in unserer Working Group Coaches bereits besprochen, man kann immer lernen, denn man lernt nie aus. Es passieren während einer Saison immer wieder kleine Fehler. Wir haben Jury-Besichtigungen, aber manchmal sieht man solche kleinen Fallen nicht, und dann passieren Unfälle. Ich will nicht sagen, dass nur die Piste schuld war an den Unfällen, wenn wir jetzt von der Abfahrt in Garmisch sprechen.“

... wie sich Stürze wie in Garmisch vermeiden lassen: „Wenn wir ein Training mehr gehabt hätten, hätte man sich langsamer herangetastet an das Limit der Strecke, denn das wollen wir finden, aber dafür braucht es Zeit. Wir wollen spektakuläre und attraktive Abfahrten, deswegen muss man das ausreizen und bewegt sich an der Grenze. Das Training in Garmisch lief gut, dann im Rennmodus kamen Probleme auf uns zu, die uns alle überrascht haben.“

... wie man entgegenarbeiten kann: „Ein Vorschlag wäre, professionelle Vorläufer zu haben. Ex-Athleten, die aufhören. Nur ein Vorläufer mit 90, 95 Prozent Speed kann uns Informationen geben, wo am Renntag eventuell eine kleine Falle ist. Die Junioren-Fahrer, die wir als Vorläufer meistens benützen, geben uns diese Informationen nicht.“

... den Bau der Sprünge: „Wir bauen sie vom Profil her sehr oft richtig, aber gewisse Profile verändern sich, wenn man viel Bewegung auf der Strecke hat. In Kitzbühel hat es sich bewährt, dass wir Sektionen abgesperrt haben, um große Zirkulationen zu vermeiden. Wir haben darüber geredet, dass wir wie im Ski Cross spezielle Shaper integrieren, dass die uns einen Sprung genau bauen, mit dem richtigen Profil, Gradient. Wo du genau berechnen kannst, mit welchem Speed wie weit und wie hoch der Sprung geht. Wir bauen unsere Sprünge nur auf Erfahrung und Gefühl. Bei uns kommt der Speed dazu und äußere Faktoren. Bei ein bisserl Wind von hinten kann ein normaler Sprung schon gleich zu weit gehen.“

... die neue Startnummernvergabe in den Speedbewerben, wonach die besten zehn Athleten der Weltcup-Startliste eine ungerade Startnummer von 1 bis 19 auswählen: „Mit den Trainern haben wir das hier diskutiert, es sind einige dafür, einige dagegen. Wir haben gesehen, dass Läufer mit der Nummer eins gewonnen haben (Dominik Paris in Aspen/Anm.) und mit Nummer 26 wie Max Franz in Gröden. Die Durchmischung war sehr interessant. Von der Marketingseite müssen wir die Daten analysieren, ob wir schon ab Nummer eins hohe Zuschauerzahlen haben.“

... die mögliche Rückkehr der Speedfahrer in den Riesentorlauf: „Zu Zeiten von Eberharter, Hermann Maier, Schifferer – das sind alles super Skifahrer – die hatten immer drei Disziplinen. Und jetzt wird es wieder so sein. Dominik Paris arbeitet seit einem Jahr schon. Ich erwarte, dass einige Top-Abfahrer wieder sehr gut bei der Musi oder ganz vorne dabei sein werden, sie werden wieder Spaß am Riesentorlauf haben. Weil mit weniger Trainingsaufwand trotzdem Performance möglich ist, mit dem jetzigen Ski war der Aufwand enorm und die Riesentorläufer fast Spezialisten.“

... die Vorbereitungen auf Olympia in Südkorea: „Voriges Jahr waren die Herren drüben, heuer die Damen. Der nächste Step wurde gemacht, es haben viele Sachen gut funktioniert. Wir haben Günter Hujara als FIS-Experten und Koordinator drüben, der hat alles vorbereitet und einen super Job gemacht. Wir haben Tommy Johnson drüben, der die Piste macht. Wir sind in guten Händen. Der Plan ist, im September mit Damen- und Herren-Crew eine letzte Inspektion zu haben. Und im Februar ist dann Olympia.“

apa

 
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