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Artikel vom Dienstag, 11. September 2018

Acht Sonn- und Feiertage zum Shoppen

Der Plan der italienischen Regierung, Einkaufszentren und Supermärkte am Sonntag geschlossen zu halten, sorgt derzeit für heftige Diskussionen. Der Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol hds hat nun einen Vorschlag für Südtirol ausgearbeitet.

Foto: shutterstock

„Wir haben versucht, einen Konsens aufgrund der vielen Bedürfnissen unserer Handelsbetriebe und im Sinne der Vielfalt unseres Handels zu finden. Das ist uns gelungen“, so hds-Präsident Philipp Moser, der zugleich ankündigt, dass es für zwei Kategorien von Tourismusorten sowie für Nahversorgungs- und Traditionsbetriebe Ausnahmen zur Reglung geben soll. 

8 Sonn- und Feiertagsöffnungen im Jahr

Grundsätzlich sieht das Konzept des hds vor, dass im Jahr bis zu acht Sonn- und Feiertagsöffnungen erlaubt sind. In 24 hochtouristischen Gemeinden und in 9 touristischen Gemeinden (darunter alle großen Städte) sind die Öffnungen hingegen in den Monaten der Winter- und Sommersaison erlaubt – außer in den Gewerbegebieten und bei den touristischen Gemeinden nur im historischen Ortskern.

Regelungen mit einem Limit soll es auch für die täglichen Öffnungszeiten an Werktagen und für jene an Sonn- und Feiertagen sowie für verlängerte Abendöffnungszeiten geben.

Keine Vorteile in 7 Jahren Liberalisierung“ 

„7 Jahre totale Liberalisierung im Handel haben keine Vorteile gebracht: Der Umsatz ist gleich geblieben und verteilt sich lediglich auf 7 anstatt auf 6 Wochentage. Liberalisierte Öffnungszeiten sind für Klein- und Mittelbetriebe wirtschaftlich nicht vertretbar, fördern letzten Endes die Bildung von Konzentrationen und führen zu Wettbewerbsverzerrungen“, so Moser.

Zudem sei der Sonntag, so wie es unsere Tradition vorsehe, ein Ruhetag und schaffe damit Freiraum für persönliche Interessen, Gemeinschaft und Familie. 

stol

Josef Troger, Leifers

In einer "Freien Marktwirtschaft" geht es um Angebot und Nachfrage ! Verkaufsstandorte sind Dienstleistungsbetriebe und wenn an Sonn- und Feiertagen die Geschäfte voll sind, warum soll dann Inhabern verboten werden ihre Länden zu öffnen (Nur ein religiöses Motiv ? "Die generelle Sonntagsöffnung im Handel fördert jedoch unverhältnismäßig stark die Verlagerung in große Einkaufszentren und schwächt die kleinen Geschäfte in der Peripherie" ? Das sind sicher die Preise, sowie die großen verschiedenen Angebote in einem Einkaufszentrum ? Bei "Abstimmungen" sind die meisten immer gegen eine Sonn-Feiertagsöffnung, wer sind die Leute, die genau an diesen Tagen die Einkaufszentren füllen ? Der "Indianer" würde sagen "Gespaltene Zunge" !

14.09.2018 12:51 Uhr

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Dietmar Spechtenhauser, Laas

Ich denke, 6 Tage sollten für uns zur Warenbeschaffung vollkommen ausreichen. Gäste, welche hier ihren Urlaub verbringen, haben natürlich andere Erwartungen und oft auch Notwendigkeiten. Diese sollten wohl in bestimmten Situationen und Saisonen auch sonntags einkaufen können. Argument: "Auch die Gastronomie muss am Sonntag arbeiten" - ja das muss man wohl differenzieren, denn diese Tradition ist jahrhundertealt und auf tausende Betriebe im ganzen Land, großteils auf kleine familiengeführte Betriebe verteilt. Diese Tatsache schafft somit dezentrale Arbeitsplätze und Attraktionspunkte. Die frühere vorwiegend bäuerliche Gesellschaft, nützte den arbeitsfreien Sonntag um sich nach dem Kirchgang im Gasthaus zu treffen, Gemeinschaft zu pflegen und sich auszutauschen. Die generelle Sonntagsöffnung im Handel fördert jedoch unverhältnismäßig stark die Verlagerung in große Einkaufszentren und schwächt die kleinen Geschäfte in der Peripherie (das gefährdet weit mehr Arbeitsplätze als zentral geschaffen werden), welche im ganzen Land für lebendige Orte sorgen.

13.09.2018 08:02 Uhr

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2 Kommentare

 

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