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Artikel vom Freitag, 9. März 2018

Das Geschäft mit Führerscheinen in Polen

Für die meisten ist der Führerscheinentzug eine kleine oder sogar größere Katastrophe. Und einige Findige haben einen Weg aus der Misere gefunden: Sie machen ihren Führerschein in Polen. Eine Grauzone in der Rechtssprechung macht das möglich, wenn auch nicht einfach. Und von langer Dauer ist die Freude auch nicht, warnt Giovanna Valentini vom Führerscheinamt.

Führerschein weg? Viele lassen ihn sich in Polen ersetzen.

Führerschein weg? Viele lassen ihn sich in Polen ersetzen. - Foto: D

Gleich vorneweg: Auf den „polnischen“ Führerschein sind keineswegs nur Südtiroler gekommen. Ganz im Gegenteil, das Geschäft boomt, und besonders aus dem deutschen Nachbarland reist so mancher künftige „Führerscheinneuling“ an. Kümmern muss man sich dabei um gar nichts, nur bezahlen. Denn die Agentur, die den einfachen Führerschein-Erwerb anbietet, erledigt in der Regel alle Formalitäten. Und dazu gehört in aller erster Linie der Wohnsitz. Denn einen EU-Führerschein kann man nur in einem Land machen, wenn man dort auch einen Wohnsitz hat – und das für zumindest 185 Tage. Findige Makler haben sich aber auch darauf schon spezialisiert und bieten den passenden Mietvertrag. Sie kümmern sich um die ärztliche Fahrtauglichkeitsbescheinigung, die Bürgerkarte, liefern die Lernunterlagen und machen die Anmeldung bei der – deutschsprachigen – Fahrschule.

Rechtens ist der polnische Führerschein dennoch. Nicht machen darf man einen zweiten Führerschein allerdings, wenn der erste lediglich ausgesetzt oder eine Sperrfrist verhängt wurde. Besitzt man keinen Führerschein (mehr), dann ist die polnische Variante drin. Ähnliche Angebote gibt es im Übrigen auch für Ungarn und die Tschechische Republik. Das Prinzip ist immer dasselbe.

D/ih

 

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