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Artikel vom Mittwoch, 21. August 2019

Höhere Mehrwertsteuer: Eine Belastung für Südtirols Wirtschaft

Italien droht einmal mehr eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Schlimmstenfalls könnte im kommenden Jahr der normale Steuersatz von derzeit 22 auf 25,2 Prozent steigen. Das würde auch Südtirol stark zu spüren bekommen, wie der aktuelle „WIKU“ aufzeigt.

Eine Erhöhung der Steuern droht.

Eine Erhöhung der Steuern droht. - Foto: shutterstock

In einem waren sich in den vergangenen Tagen zumindest alle Parteien – trotz Regierungskrise – einig: Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer will keiner. Deshalb muss irgendwie dafür gesorgt werden, dass am 1. Jänner des kommenden Jahres die sogenannte Schutzklausel (clausola di salvaguardia) nicht in Kraft tritt.

In dieser Klausel verpflichtet sich Italien seit 2011 gegenüber der EU, die Mehrwertsteuer – und die Treibstoffakzisen - zu erhöhen, wenn keine sonstigen dauerhaften Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden können, um eine übermäßige Neuverschuldung zu vermeiden.   

Harter Schlag für Konsumenten und Wirtschaft

In einer Zeit, in der die italienische Wirtschaft nicht wächst, wäre die Mehrwertsteuererhöhung ein harter Schlag – für die Konsumenten, die ihre Ausgaben einschränken müssten, und für die Wirtschaft.

In Südtirol würde das auch den Tourismus betreffen. Denn der Mehrwertsteuersatz für die Leistungen des Gastgewerbes würde von zurzeit 10 auf 13 Prozent steigen – ein deutlicher Nachteil gegenüber der Konkurrenz im Ausland, wo, um den Tourismus anzukurbeln, eher eine Senkung der Mehrwertsteuer im Gespräch ist.

Auch der heimische Einzelhandel dürfte das zu spüren bekommen – besonders in den Grenzgemeinden. Denn wenn der normale Mehrwertsteuersatz hierzulande auf 25 Prozent steigen würde, wäre er um 5 Prozentpunkte höher als in Österreich. Das könnte viele Südtiroler etwa aus dem oberen Pustertal und dem Wipptal dazu verlocken, nach Nord- und Osttirol zum Einkaufen zu fahren.

Mehr zum Thema lesen Sie im aktuellen „WIKU“, Beilage der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

Elmar Thaler, Tramin

Für Einzelhandel und Konsumenten sicher schlimm! Einzig die Tourismus-Wirtschaft würde es spielend verkraften, angesichts des horrenden Baubooms und der ins uferlose steigenden Nächtigungszahlen.

21.08.2019 09:33 Uhr

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