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Artikel vom Freitag, 15. März 2019

Hohe Ausgaben bei Porsche für Elektromobilität

Mit seinen immensen Kosten setzt der Wandel in der Autowelt allmählich auch den erfolgsverwöhnten Sportwagenbauer Porsche finanziell unter Druck. Zwar fuhr Porsche 2018 erneut Rekordwerte in seiner Bilanz ein. Damit das so bleibt und vor allem die ehrgeizigen Renditeziele gehalten werden können, haben Vorstandschef Oliver Blume und sein Finanzchef Lutz Meschke der VW-Tochter nun ein Ergebnisprogramm verordnet.

Ab Herbst kann der erste Elektro-Porsche erworben werden.

Ab Herbst kann der erste Elektro-Porsche erworben werden. - Foto: shutterstock

Bis 2025 wollen sie damit insgesamt 6 Milliarden Euro und von da an jedes Jahr 2 Milliarden Euro zusammenbekommen – über Einsparungen, aber auch mit neuen Umsatzquellen. „Wir müssen jetzt konsequent gegensteuern“, sagte Meschke am Freitag in Stuttgart.

Porsche hatte seinen Umsatz im vergangenen Jahr zwar erneut um fast zehn Prozent auf rund 25,8 Milliarden Euro steigern können. Weil das operative Ergebnis aber nicht in gleichem Maße mitzog, lag die für den Sportwagenbauer so wichtige Rendite nur noch bei 16,6 Prozent.

Neue Abgasteststandards kosten viel Geld

Damit liegt die VW-Tochter zwar immer noch deutlich über dem von Blume langfristig ausgerufenen Ziel von 15 Prozent – aber auch einen ganzen Prozentpunkt unter dem Wert von 2017. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 3,1 Milliarden Euro, gut drei Prozent mehr als 2017.

Porsche hat, was den Wandel angeht, mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie die übrigen Hersteller auch. Der Einstieg in die Elektromobilität und die Suche nach neuen, digitalen Geschäftsfeldern verschlingen Milliarden, auch die Probleme bei der Umstellung auf den neuen Abgasteststandard WLTP kosten weiter Geld.

Erster Elektro-Porsche ist bald erhältlich

Anders als VW selbst und auch die Volkswagen-Tochter Audi, die beide schon harte Sparprogramme fahren und Stellenstreichungen angekündigt haben, hat Porsche das aber bislang besser weggesteckt.

Bis 2022 steckt der Sportwagenbauer 6 Milliarden Euro in die Elektromobilität. Der Taycan, der erste Elektro-Porsche, kommt im Herbst auf den Markt. Gerade erst wurde die Erweiterung des Werks in Leipzig begonnen, wo in Zukunft auch ein elektrischer Macan-SUV gebaut werden soll.

Mitarbeiterzahl wächst rasant

Zugleich wächst die Mitarbeiterzahl rasant. Mehr als 32.000 Menschen arbeiten mittlerweile für Porsche, eine Verdopplung seit dem Jahr 2011. Und: E-Autos sind in der Produktion deutlich teurer als Verbrenner. Rund 10.000 Euro pro Wagen macht das laut Finanzchef Meschke bei Porsche aus.

Dieses Geld muss irgendwo wieder hereingeholt werden. Und das nicht vom Kunden, zumindest nicht in vollem Umfang, wie Blume betonte. Also müssen die Kosten runter. Digitale Methoden zum Beispiel bei der Entwicklung von Prototypen sollen die Entwicklung schneller und billiger machen. Zudem will Blume unter anderem die Zahl der Modellvarianten reduzieren und das Personalwachstum langfristig zumindest dämpfen.

dpa

 

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