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Artikel vom Mittwoch, 16. Mai 2018

Regierungsbildung in Italien schickt Euro auf Talfahrt

Die sich abzeichnende populistische Regierung in Italien hat den Eurokurs am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1764 US-Dollar und erreichte so den tiefsten Stand seit Dezember. Zuletzt erholte sich der Euro etwas und wurde mit 1,1796 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs auf 1,1784 (Dienstag: 1,1883) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8486 (0,8415) Euro.

Der  Eurokurs wurde am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. - Foto: apa/dpa

Der Eurokurs wurde am Mittwoch auf Talfahrt geschickt. - Foto: apa/dpa

Die laut Medienberichten wahrscheinlicher werdende Bildung einer eurokritischen neuen italienischen Regierung zwischen Fünf Sterne und Lega sorgte für Turbulenzen. Die mögliche Regierung plant enorme Ausgabensteigerungen und Steuerkürzungen.

EU steht vor neuen Herausforderungen

„Die neue Regierungskoalition, vor der Italien vermutlich steht, wird die EU vor neue Herausforderungen stellen“, kommentierte Karsten Junius, Chefvolkswirt beim Bankhaus Sarasin. „Ihre finanzpolitischen Vorhaben sind mit den Stabilitätsvereinbarungen in der Währungsunion nicht kompatibel.“

Vor allem ein sehr eurofeindlicher Entwurf des Koalitionsvertrages zwischen den beiden Parteien sorgte für Turbulenzen. In dem Papier, das der „Huffington Post“ zugespielt wurde, geht es um die Forderung, 250 Milliarden Euro der italienischen Staatsschulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erlassen. Laut Sterne-Chef Luigi Di Maio wurde der Entwurf allerdings in wichtigen Punkten überarbeitet. (STOL hat berichtet)

„Unrealistischer Vorschlag“

Der italienische Ökonom Carlo Cottarelli sprach von einem „so unrealistischen Vorschlag, dass ich mich frage, wieso er überhaupt schwarz auf weiß niedergeschrieben wurde“. Laut Junius beenden die Vorstellungen die Diskussion über eine realistische Vertiefung der Währungsunion, wie sie von Frankreich vorgeschlagen wurde.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87418 (0,87900) britische Pfund, 129,83 (130,77) japanische Yen und 1,1792 (1,1910) Schweizer Franken fest. Eine Feinunze Gold kostete am Nachmittag im freien Handel 1.290,30 Dollar. Gefixt wurde die Feinunze Gold in London zuletzt am Dienstag mit 1.295,00 (Montag:1.319,85) Dollar.

apa/dpa/stol

Walter Bamer, Bozen

Hier der "Contratto di governo, l’ultima bozza" - gibt es sehr wohl... https://www.corriere.it/politica/18_maggio_16/contratto-governo-l-ultima-bozza-migranti-flat-tax-ecco-proposte-lega-5-stelle-e4e06656-5930-11e8-a92f-c55317f6ffa7.shtml

17.05.2018 17:14 Uhr

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hermann zanier, Meran

Die Nachrichten über die Absichten der zukünftigen Regierung, der Text der Vereinbarung ist nicht einmal heute bekannt, geschweige denn vor einigen Tagen. Belegbar sind die Angaben über Aktien- und Währungskurse; solange sich die Schwankungen in Grenzen halten, sind sie eigentlich gleichgültig, für jeden Spekulanten der in den Dreck greift, kann ein anderer feiern.

17.05.2018 15:55 Uhr

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Walter Bamer, Bozen

"Diese Nachrichten sind kaum belegbar" Welche meinst du?

17.05.2018 13:33 Uhr

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hermann zanier, Meran

Diese Nachrichten sind kaum belegbar und werden von der dpa ziemlich unkritisch übernommen. Solange sich jemand mit der Währung verspekuliert, ist es ja egal, aber dass jetzt Ausreden erfunden werden, um ganz Europa in Zweifel zu ziehen, ist ein starkes Stück. Man sollte schon auf fundierte Nachrichten warten, bevor man eine Behauptung in den Raum schleudert.

16.05.2018 18:46 Uhr

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4 Kommentare

 

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