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Artikel vom Freitag, 7. Dezember 2018

Rosenberger stellt am Montag Insolvenzantrag

Der Raststättenbetreiber Rosenberger will am Montag einen Insolvenzantrag stellen. Trotz intensiver Verhandlungen mit der Bank seien benötigte Kreditlinien überraschend nicht freigegeben worden, hieß es seitens Rosenberger gegenüber der APA. Oberstes Ziel sei es nun, das Unternehmen zu sanieren, die Arbeitsplätze zu sichern und den Fortbestand der Rosenberger-Gruppe zu ermöglichen.

Die Bank drehen der Rosenberger-Gruppe überraschend den Geldhahn ab. - Foto: APA

Die Bank drehen der Rosenberger-Gruppe überraschend den Geldhahn ab. - Foto: APA

Die Rosenberger-Kette betreibt Raststätten und Seminarzentren an 17 Standorten in Österreich, so auch am Brenner. Das Unternehmen beschäftigt je nach Saison 600 bis 800 Mitarbeiter.

Laut Arbeiterkammer Niederösterreich haben einige Hunderte Beschäftigte bereits ihr Novembergehalt nicht bekommen. Die Arbeiterkammer will in allen Rosenberger-Filialen Infoveranstaltungen organisieren, kündigte AKNÖ-Präsident Markus Wieser an. Laut einem Bericht des „Standard” konnte auch ein größerer Lieferant nicht bezahlt werden.

Der Kreditschützer Gerhard Weinhofer vom Verein Creditreform bezifferte im Ö1-„Mittagsjournal“ die Verbindlichkeiten von Rosenberger mit rund 12 Mio. Euro. Ob es ein Konkursverfahren oder ein Sanierungsverfahren geben wird, sei noch offen.

Drei chinesische Eigentümer

Die Rosenberger-Unternehmensgruppe besteht aus der Rosenberger Tankstellen GmbH und der Rosenberger Restaurant GmbH, die jeweils 100-prozentige Töchter der Rosenberger Holding GmbH sind. Die drei Gesellschafter dieser Rosenberger Holding GmbH sind nach Unternehmensangaben Jiang Haiping, Liu Xudon und Liu Wen-Yi.

Im April hatten die chinesischen Eigentümer insgesamt 30 Prozent der Anteile an Thomas und Jutta Wollner übertragen. Ende Juni schied Rosenberger-Geschäftsführer Thomas Wollner jedoch aus dem Unternehmen aus, weil „die Anforderungen der Eigentümer hinsichtlich nachhaltiger Sanierung nicht erfüllt werden konnten”. Die an Wollner zuvor übertragenen Anteile wurden wieder an die chinesischen Eigentümer zurückgegeben. Jutta Wollner folgte ihrem Ehemann Thomas Wollner als Geschäftsführerin nach.

Von der Insolvenz ist zunächst nur die Rosenberger Restaurant GmbH betroffen, in weiterer Folge werde geprüft werden müssen, ob auch die anderen Unternehmen der Gruppe und die Holding in die Insolvenz gehen.

2017 erzielte die Rosenberger Restaurant GmbH einen Umsatz von 33,4 Mio. Euro und wies unterm Strich einen Gewinn von 6,25 Mio. Euro aus, geht aus dem „Wirtschaftskompass” hervor.

apa

 

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