Montag, 26. September 2016

1. Oktober ist „Internationaler Tag der Senioren“

Die Senioren im Katholischen Verband der Werktätigen (KVW) nehmen den „Internationalen Tag der Senioren“, der am 1. Oktober stattfinden wird, um auf Situation der älteren Generation aufmerksam zu machen – und zeichnen ein positives Bild.

"Großeltern und Enkelkinder sind Schätze füreinander", schreiben die Senioren im KVW. - Foto: KVW-Senioren
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"Großeltern und Enkelkinder sind Schätze füreinander", schreiben die Senioren im KVW. - Foto: KVW-Senioren

Die Altersstudie in Südtirol gibt ein sehr positives Bild über die Zufriedenheit der älteren Menschen, schreiben die Senioren im KVW in einer Aussendung am Montag. Dank des guten öffentlichen, sozialen Netzes können viele Notsituationen abgefedert werden: sozialer Wohnbau, gesundheitliche Betreuung, Pflegesicherung, finanzielle Sozialhilfe und Hausnotrufdienst. Es gebe auch, so die Senioren, viele Möglichkeiten zur Weiterbildung. Die günstigen Angebote des öffentlichen Nahverkehrs ermöglichen älteren Menschen Mobilität und Abwechslung. Es gibt aber auch Wünsche von Seiten der älteren Mitbürger, der größte sei, dass die Renten nicht gekürzt werden und dass sie sich noch aktiv in die Gesellschaft einbringen möchten.

Lebenserwartung hat sich verdoppelt

Noch nie zuvor im Lauf der Geschichte konnten die Menschen ein so hohes durchschnittliches Lebensalter, von 80 - 85 Jahren, erreichen wie heute, schreiben die KVW-Senioren. Seit 150 Jahren habe sich die Lebenserwartung verdoppelt: durch Verbesserung der Hygiene, durch den hohen Stand der Medizin, durch Vorbeugung und Nachbehandlung, durch das persönliche Bemühen um eine gesunde Ernährung und Lebensweise.

Und zitieren aus Lothar Seiwerts „Das neueZeit-Alter“: „Ruhestand ist ein Konzept von gestern. Wenn wir beginnen, die spezifischen Ressourcen des Alters für uns persönlich wie für die Gesellschaft einzusetzen, wird es uns viel besser gehen als es die meisten für möglichhalten. Die besten Jahre kommen erst! Durch eine positive Einstellung zum Älterwerden können wir einen neuen vielfältigen, aktiven und wertvollen Lebensabschnitt für uns gewinnen. Wir können uns mehr Zeit nehmen für das Wesentliche, für Ruhe und Reflexion, für das, was uns Freude bereitet. Ältere Menschen können viel Erfahrung und Wissen weitergeben“.

Ältere Menschen verfügen über spezielle Fähigkeiten

Spezielle Fähigkeiten älterer Menschen sind laut Aussendung: Arbeits- und Berufserfahrung, ein gesunder Hausverstand, Menschenkenntnis, Urteilsfähigkeit, menschliche Reife, Weitsicht, Verantwortungsbewusstsein, Sorge um den Schutz der Umwelt, Sparsamkeit, religiöse Rückbindung und vieles mehr.

Die dritte Lebensphase sei eine kostbare Zeit, man solle das eigene Leben selbstbestimmt leben und genießen – und sich eine Tätigkeit suchen, die Freude macht, etwa die Freiwilligenarbeit. Diese, so die Senioren, sei ein Geschenk für die Gemeinschaft, denn nicht alles sei kauf- und bezahlbar. Es brauche Menschen, die einspringen, wo Hilfe und Unterstützung nötig sind - Möglichkeiten gebe es dazu genug:  z.B. Kinderbetreuung, Lernhilfen, Begleitdienste, Essen auf Rädern ausfahren, Schülerlotsendienste, Ehrenämter in der Pfarrei, in der Gemeinde oder in Vereinen übernehmen, Hilfen bei bürokratischen Fragen oder bei PC und Internet, Wissen weitergeben und aufschreiben.

Es brauche sensible Mitmenschen, die Einsame, Zurückgezogene, Kranke und Trauernde besuchen und aus ihrem seelischen Gefängnis herausholen. In der Teilnahme am Leben und an den Sorgen von anderen erfährt der Mensch tiefste Sinnerfüllung.

Maria Paregger und Martha Ebner als Vorbilder

Die KVW-Senioren führen auch zwei hochbetagte, aktive Frauen als Vorbilder an: Maria Paregger, die sich mit 95 Jahren noch täglich künstlerisch betätigt, und Martha Ebner, 94 Jahre, die immer noch aktiv ist und sich besonders für die Rechte der Frauen einsetzt -  sie arbeitet mit bei “Frauen helfen Frauen“ und ist Chefredakteurin der „Südtiroler Frau“.

Großeltern und Enkelkinder lernen voneinander

Großeltern und Enkelkinder, so die Senioren weiter, seien Schätze füreinander: Großeltern erleben Enkelkinder als ein Geschenk des Lebens, das gar nicht selbstverständlich ist – „Sie sind fixe Bezugspersonen und Vertrauenspersonen“, schreiben die Senioren in ihrer Aussendung.

Umgekehrt lieben Enkelkinder ihre Großeltern, fühlen sich von ihnen angenommen und verstanden. Sie erhalten viel emotionale Zuwendung und Aufmerksamkeit und können immer mit ihrer Zuverlässigkeit und Unterstützung rechnen.

Viele Omas und Opas betreuen ihre Enkelkinder, sobald deren Eltern arbeiten. Sie haben mehr Zeit und Muße, den Kindern vieles zu zeigen, zu erzählen und ihnen zuzuhören. Großeltern können aus ihrer Lebenserfahrung viele Werte vermitteln und über alles reden. Sie ermutigen die Enkelkinder und regen an, auch aus Fehlern zu lernen und Regeln einzuhalten, denn „Kinder wollen Grenzen erleben“, so die KVW-Senioren in ihrer Pressemitteilung, und weiter: „Junge Menschen möchten wissen, wie ihre Vertrauenspersonen Ereignisse und Situationen beurteilen und was ihnen wertvoll ist. Die Beziehungsfähigkeit entwickelt sich an frühen Erlebnissen mit Bezugspersonen, mit denen positive Erfahrungen gemacht worden sind.“

KVW-Senioren: „Enkelkinder sind Geschenk“

Doch auch Großeltern würden vieles von ihren Enkelkindern lernen und blieben offen und interessiert für neue Entwicklungen und Sichtweisen. Großeltern würden von den Kindern vieles erfahren und bleiben somit am Puls der Zeit. „Die Fröhlichkeit, Unbeschwertheit und Neugier der Kinder sind Geschenke für die älteren Menschen“, so die Senioren abschließend in ihrer Pressemitteilung.

stol

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