Donnerstag, 01. November 2018

10 Jahre Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols

Vor zehn Jahren wurde das Netzwerk der Eltern-Kind-Zentren Südtirols gegründet: Dieses dient einerseits als Servicestelle für 19 Elkis samt Außenstellen im Land und andererseits als Interessensvertretung im Sinne eines Dachverbandes. Das Jubiläum wurde kürzlich bei einer Herbsttagung in Brixen gefeiert, wobei sich das Netzwerk nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen möchte: Es nahm den runden Geburtstag auch zum Anlass, mittels einer landesweiten Umfrageaktion eine Standortbestimmung vorzunehmen und die Herausforderung für die Zukunft gemeinsam zu definieren.

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„Die 19 Elkis zeichnen sich durch ihre Vielfalt aus: Jedes Elki arbeitet unabhängig und weist seine ganz spezifischen Besonderheiten auf. Mit derzeit über 5000 Mitgliedsfamilien entwickelten sich die Eltern-Kind-Zentren im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Baustein in der Begleitung und Betreuung von Eltern, Erziehenden und Kleinkindern. Um erfolgreich weiterzubestehen, müssen wir jedoch in unserer Struktur einige Veränderungen vornehmen“, erläutert Sandra Moszner, Präsidentin des Elki-Netzwerkes.

Eine Herausforderung liegt dabei in der Organisation des Haupt- und Ehrenamtes: Bei steigenden Nutzerzahlen sinkt der Anteil an freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Zeitressourcen für das Ehrenamt sind begrenzt. Weiters belastet die zunehmende Bürokratie die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Vorstände.

„Der Weg in eine stärkere Professionalisierung ist sicherlich notwendig, um das Ehrenamt zu entlasten und die Kontinuität der Angebote zu gewährleisten. Wir müssen daher Stellenbeschreibungen für hauptamtliche Mitarbeiterinnen definieren, Qualitätskriterien erstellen und das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt klären“, erläutert Petra Steinegger, Vizepräsidentin des Netzwerkes.

Eine weitere Zukunftsthematik liegt in der steigenden Nachfrage zur Gründung von Außen- und Zweigstellen von Elkis. Mit diesen werden wohnortnahe Angebote in kleinerem Rahmen geschaffen und durch die Synergien mit dem Hauptsitz Ressourcen in der Verwaltung eingespart.

Allerdings muss auch hier die Zusammenarbeit zwischen Hauptsitz und Außenstelle klar definiert und die Finanzierung gesichert werden. Im Rahmen des Workshops und der Befragung überdachten die Elkis zudem die Palette ihrer Angebote: Diese reicht derzeit von offenen Treffpunkten, Spielgruppen und Kinderbetreuung bis hin zu einem abwechslungsreichen Kurs- und Beratungsangebot für Eltern und Interessierte.

Großen Wert legen die Elkis auf einen niedrigschwelligen Zugang, unter anderem durch familienfreundliche Preise. Insbesondere im Betreuungsangebot ist die Nachfrage jedoch größer als das Angebot. Zudem liegt eine Herausforderung darin, die Elkis als Orte des Austausches und der Begegnung zu stärken  - gerade für Familien, die noch nicht gänzlich in die Gesellschaft integriert sind.

Viele der geplanten Maßnahmen stehen und fallen klarerweise mit der zukünftigen Finanzierung der Elkis, die derzeit über öffentliche Beiträge des Landes und der Gemeinden sowie durch Eigenmittel gedeckt wird.

„Die Investition in die Elkis und damit in die Familien Südtirols macht sich jedoch doppelt bezahlt. Und wir sind motiviert, um die nächsten zehn Jahre mit Freude und Engagement anzugehen“, so Sandra Moszner.

stol

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