Dienstag, 11. Februar 2020

10 Millionen Hunde und Katzen jährlich in Südostasien geschlachtet

Bericht von Vier Pfoten: In Vietnam, Kambodscha und Indonesien allein werden jedes Jahr geschätzt 10 Millionen Hunde und Katzen geschlachtet. Der Verzehr sei nicht illegal, doch die Art der Beschaffung und Schlachtung der Tiere durchaus.

Millionen von Hunden und Katzen werden jährlich auf brutale Weise in Südostasien geschlachtet.
Millionen von Hunden und Katzen werden jährlich auf brutale Weise in Südostasien geschlachtet. - Foto: © APA/dpa / Hauke-Christian Dittrich
In vielen Fällen handle es sich bei den Hunden und Katzen um Haustiere, die ihren Besitzern gestohlen und danach ertränkt, erhängt, lebendig verbrannt oder erstochen würden.

Der Hunde- und Katzenfleischhandel sei nicht nur das größte Tierschutz-Problem in Südostasien, Vier Pfoten warnte auch vor „schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen“ für Menschen. Die unkontrollierte Verbreitung von Tollwut sei nur eine davon. Die Tiere würden oft auf Lebendtiermärkten verkauft werden, dem Ursprungsort des Wuhan-Coronavirus.


Erhältlich ist Hunde- und Katzenfleisch laut Vier Pfoten in Restaurants und auf Märkten, zu deren Besuchern vorwiegend Einheimische, aber auch Touristen vor allem aus China und Südkorea zählen.

„Die Händler stehlen Haustiere sowie Streuner und schleppen sie durch das ganze Land – oft auch über Landesgrenzen hinweg“, berichtete Katherine Polak, Tierärztin und Leiterin der Vier Pfoten Streunerhilfe in Südostasien. „Ob die Tiere mit Tollwut oder anderen Krankheiten infiziert sind, spielt hier keine Rolle.“


Die Haltung und Schlachtung der Hunde und Katzen, meist auf Lebendtiermärkten oder in Hinterhöfen, sei nicht nur äußerst brutal, sondern auch frei von jeglichen hygienischen Mindeststandards. „Das schafft die perfekte Brutstätte für neue und tödliche Zoonoseviren wie das Coronavirus“, warnte Polak.


Vier Pfoten hat eine Kampagne auf internationaler und nationaler Ebene gestartet. Durch Aufklärungsarbeit und Kooperationen mit Behörden und Tourismusverbänden sollen die Regierungen dazu gebracht werden, strenge Tierschutzgesetze einzuführen, die das Fangen, Schlachten und Essen von Hunden und Katzen verbieten.

apa/stol