8 US-amerikanische Bomber des Typs B-24 Liberator und 8 deutsche Jagdflugzeuge Focke Wulf 190 lieferten sich einen erbitterten Kampf. 30 US-Amerikaner und 5 Deutsche verloren dabei ihr Leben. Die Wracks sind bis heute großteils verschwunden. <BR /><BR />Im Zentrum von Ehrwald steht ein Denkmal, das an die Toten des Zweiten Weltkrieges erinnert. Auf der Säule vermerkt sind auch die Namen der getöteten Soldaten. <BR /><BR />48 US-Amerikaner konnten mit dem Fallschirm abspringen oder sich aus den Wracks retten. Sie gerieten alle in Gefangenschaft. Laut den offiziellen Vermisstenlisten des US-Verteidigungsministeriums sind alle Schicksale geklärt. Gerüchte, dass zwei Crewmitglieder noch ver-<BR />misst werden und ihre Leichen möglicherweise in den Tiroler Bergen unentdeckt liegen würden, scheinen sich aufgrund dieser Tatsache<BR />nicht zu bewahrheiten.<BR /><BR />Aus den getroffenen, einsitzigen Maschinen der deutschen Luftwaffe konnten 3 Piloten abspringen. 5 überlebten den Absturz ihrer Jagdmaschinen nicht. Nicht einmal 10 Minuten hatte das grausame Spektakel am Himmel vor den staunenden Augen vieler Tiroler ge-<BR />dauert. Das Resultat: 35 Tote und 16 Flugzeugwracks, verteilt über die Berge und Wälder zwischen Reutte und Telfs. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="923998_image" /></div> <BR /><BR /><b>Der Ablauf:</b> Am 3. August 1944 hatte die 465. Bombergruppe/55. Geschwader der 15. US-Luftflotte den Auftrag, die Dornier-Flugzeugwerke bei Friedrichshafen zu bombardieren. Es starteten insgesamt 34 B-24-Bomber vom Flugplatz Pantanella in Italien (2 Maschinen mussten später wegen technischer Probleme umkehren). <BR /><BR />Die Flugroute führte die 32 Angreifer über Brixen, das Kühtai, die Gegend von Imst, das Außerfern nach Friedrichshafen. Kurz nach 11 Uhr wurden etwa 300 Bomben auf das Ziel abgeworfen. Dann ging es wieder zurück nach Italien. Allerdings wurden die heimfliegenden Bomber dann vom „Jagdgeschwader 3 Udet“ der deutschen Luftwaffe aus Altenstadt in Bayern über dem Gebiet zwischen Ehrwald und Fernpass abgefangen.<BR /><BR /> In einem spektakulären Luftkampf schossen die Deutschen 8 US-amerikanische Bomber ab. Im Gegenzug wurden aber auch 8 deutsche<BR />Jagdmaschinen von den US-Amerikanern abgeschossen.<BR /><BR /><b>Die Toten:</b> Die verstorbenen Piloten wurden teils auf Friedhöfen (beispielsweise in Ehrwald), teils direkt an den Absturzstellen in den Bergen, beerdigt. Die US-Luftwaffe ließ die 30 toten US-Amerikaner nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges exhumieren und in US-amerikanische Militärfriedhöfe umbetten.<BR /><BR /><b>Die Wracks:</b> Während des Zweiten Weltkrieges war Metall Mangelware. Schrotthändler aus Innsbruck forschten laufend Absturzstellen in ganz Tirol aus, so auch jene der im Luftkampf über Ehrwald abgeschossenen Maschinen. Die Wracks wurden geborgen und das Material wiederverwertet. Die Trümmer von 2 Maschinen blieben zum Teil bis heute erhalten. Und zwar von jenen B-24, die am Wamperten Schrofen und am nahen Brendlkar niedergingen. In den letzten Jahren verschwanden allerdings immer mehr der verbliebenen Teile. Weitere Absturzstellen waren bei Biberwier, Wildermieming, Hauland bei Stams, Lermoos und zweimal an der Nordseite der Hohen Munde.<BR /><BR /><b>Der Luftkampf aus der Sicht eines Beteiligten:</b> Leutnant Joseph C. Sanford war als Bombardier für die Zielerfassung in der B-24 der US Air Force mit der Kennung 41-29377 verantwortlich. Sein Flieger stürzte nach Treffern durch eine deutsche Focke Wulf 190 ins Inntal ab und schlug in der Nähe des Weilers Hauland bei Stams auf. Sanford rettete sich per Fallschirm.<BR /><BR />Als er zu Tal segelte, gingen ihm erstaunliche Gedanken durch den Kopf: „Man wird es mir nicht glauben, aber ich dachte, wie schön es hier ist. Das Tal war atemberaubend und es war still. Ich konnte dann explodierende Munition in unserem abgestürzten, brennenden Flugzeug<BR />am Boden hören. Ich sah andere brennende Wracks. Acht unserer Maschinen waren abgeschossen worden. Aber wie auch immer – es<BR />war ein atemberaubendes Panorama, und ich begann zu singen. Ich sang Cowboy-Lieder und begann zu jodeln.“<BR /><BR /><BR />