Freitag, 14. August 2020

10 Tage Menstruations-Urlaub in indischer Firma

Bei starken Menstruationsschmerzen können Arbeitnehmerinnen eines indischen Essenslieferdienstes künftig bis zu 10 Tage im Jahr bezahlt freinehmen. Diese Ankündigung des Firmenchefs löste in Indien eine Debatte auf den sozialen Netzwerken aus.

Pro Zyklus können Frauen und Transgender-Leute in dem indischen Unternehmen jeweils einen Tag freinehmen.
Pro Zyklus können Frauen und Transgender-Leute in dem indischen Unternehmen jeweils einen Tag freinehmen. - Foto: © shutterstock
In dem Land ist die Periode ein großes Tabu-Thema, Frauen gelten während ihrer Blutung als unrein und sollen dann beispielsweise keine Tempel betreten oder bestimmtes Essen berühren.

Der Firmenchef schrieb in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung, Periodenurlaub zu nehmen, sollte nicht mit Scham oder Stigma behaftet sein. „Du solltest Menschen in internen Gruppen oder E-Mails einfach sagen können, dass du gerade einen Tag Periodenurlaub nimmst.“

Pro Zyklus können Frauen und Transgender-Leute in dem Unternehmen jeweils einen Tag freinehmen – und das 10 Mal im Jahr.

Die Ankündigung hat zu viel Diskussionen auf den sozialen Netzwerken geführt. „Heute können einige Perioden-Urlaub wohl nicht richtig verstehen, genauso wie viele mal gegen Mutterschutzurlaub protestiert hatten“, schrieb Angellica Aribam, die Gründerin einer indischen Organisation, die Frauen in der Politik fördert, im Internet.

„Aber eines Tages wird das normal sein.“ Die indische Journalistin und „Washington Post“-Kommentar-Schreiberin Barkha Dutt hielt dagegen. Sie findet: „Wir können nicht der Infanterie beitreten, über Krieg berichten, Kampfflugzeuge fliegen, in den Weltraum gehen, keinen Exzeptionalismus wollen und Periodenurlaub wollen.“

dpa

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