Mit einem Empfang und dem Abschreiten der Ehrenformation durch die beiden Landeshauptleute Arno Kompatscher und Ugo Rossi wurde die Gedenkfeier zwischen Landtag und Palais Widmann in Bozen eröffnet, bevor Silvius Magnago posthum selbst auf den Platz geholt wurde - per O-Ton aus dem Baumgartner-Archiv, in dem der Alt-Landeshauptmann sich mit dem Erreichten zufrieden zeigte, sich aber auch die Frage stellte, ob ein anderer an seiner Stelle vielleicht mehr erreicht hätte.Eine Frage, die Landeshauptmann Arno Kompatscher verneinte. Er verglich den Paketvater mit einem Licht, das in Südtirol die Hoffnung genährt habe, und strich den Weg der Gewaltlosigkeit hervor, den Magnago stets verteidigt habe."Er bleibt auf diesem Weg, weil er ihn - wohl auch wegen seiner schrecklichen Erfahrungen im Krieg - für den einzig gangbaren hält, obwohl es ein Weg der Kompromisse ist, die manchmal weh tun und sehr viel schwerer zu vermitteln sind als Justamentstandpunkte und Maximalforderungen", so der Landeshauptmann. Landtagspräsident Thomas Widmann erinnerte daran, dass Magnago das Grundgerüst der Autonomie geschaffen habe, "an dem wir heute Tag für Tag weiterbauen". Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder hob das Erbe seines Vorgängers hervor, ein Erbe, von dem alle drei Sprachgruppen gleichermaßen zehren könnten, und zwar noch heute."Das Erbe Magnagos ist eines, das keine Zeiten kennt", so Durnwalder, der daran erinnerte, dass Magnago Südtirol in einer schwierigen Zeit an die Hand genommen habe: "Mit Jammern, das wusste Silvius Magnago, lassen sich keine Probleme lösen, dafür muss man schon selber anpacken." Magnago sei ein Hoffnungsträger für alle Schwachen, für alle Minderheiten und - betonte der Alt-Landeshauptmann - "heute noch gleich aktuell wie vor hundert Jahren".Das Überwinden alter Grenzen stellte dagegen Giancarlo Bolognini, langjähriger Bürgermeister von Bozen und Landesrat im letzten Kabinett Magnago, in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Mit Leidenschaft und Verantwortung habe sich Silvius Magnago - aber mit ihm auch Menschen wie Joseph Gargitter oder Alcide Berloffa - für den schwierigen und unpopulären Weg Richtung Autonomie entschieden. "Damit hat man eine neue Gesellschaft geschaffen, neue Beziehungen in Südtirol, aber auch auf Staatsebene möglich gemacht, immer den europäischen Horizont vor Augen", so Bolognini.Von Magnago als "einer Politikerpersönlichkeit europäischer Statur" sprach schließlich Hugo Valentin, der als ladinischer Vertreter dem letzten Regierungsteam Magnagos angehört hatte. Magnago sei vom Volk geliebt und von seinen Gegnern gefürchtet worden, Politik, so Valentin, sei für ihn immer die Kunst des Machbaren gewesen.