<BR /><BR />Bei den Opfern handelt es sich um die Xaverianer-Missionarinnen Lucia Pulici (75), Olga Raschietti (83) und Bernardetta Boggian (79). Die drei Frauen waren in der Nacht vom 7. auf den 8. September 2014 in ihrer Mission im Stadtteil Kamenge in Bujumbura auf grausame Weise getötet worden. Zwei von ihnen wurden erstochen, eine enthauptet. Die Tat hatte damals international Entsetzen ausgelöst.<BR /><BR /><BR /><BR />Die Ordensfrauen stammten aus der Diözese Parma, weshalb die italienische Justiz von Beginn an in die Ermittlungen eingebunden war. Nach ersten Untersuchungen vor Ort in Burundi war zwar ein Tatverdächtiger festgenommen worden, doch schon bald kamen Zweifel an dessen Rolle auf. Beobachter sprachen von einem möglichen Ablenkungsmanöver.<h3> Neue Spuren führen zu einer überraschenden Festnahme </h3>Nun sehen die Staatsanwälte in Parma einen entscheidenden Durchbruch. Der Festgenommene, der seit mehreren Jahren in der Emilia-Romagna lebt, soll laut Anklage die Tat angestiftet und organisatorisch vorbereitet haben. Er habe Kontakte zu den späteren Ausführenden gepflegt, Geldzusagen gemacht und Zugang zur Missionsstation ermöglicht. Nach bisherigen Erkenntnissen könnten die Schwestern getötet worden sein, weil sie sich geweigert hatten, lokale Milizen in der Region logistisch zu unterstützen.<BR /><h3> 50-Jähriger im Visier </h3>Die jüngste Ermittlungsphase begann im Herbst 2024. Neue Hinweise, Zeugenaussagen und eine vertiefte Analyse früherer Spuren führten schließlich zu dem Haftbefehl. Auch die erneute öffentliche Aufmerksamkeit für den Fall habe, so heißt es aus Ermittlerkreisen, eine Rolle gespielt.<BR /><BR />Die drei Missionarinnen sind im ostkongolesischen Bukavu beigesetzt, unweit zahlreicher weiterer Geistlicher, die in der Krisenregion ihr Leben verloren haben. Ihr Tod hatte damals auch Papst Franziskus tief bewegt. Er sprach von einem „Blutzeugnis“, das zu mehr Brüderlichkeit unter den Völkern mahne.<BR /><BR /><BR />Ob der nun festgenommene Mann tatsächlich als Drahtzieher hinter dem Verbrechen stand, muss sich vor Gericht erweisen. Für die Angehörigen und die Ordensgemeinschaft ist die Festnahme jedoch ein Hoffnungsschimmer nach Jahren der Ungewissheit.