Mittwoch, 31. Oktober 2018

12 Todesopfer bei Unwettern in Italien

Die Zahl der Opfer der schweren Unwetter in Italien ist auf zwölf gestiegen. Die Behörden haben keine Hoffnungen mehr, einen seit Sonntag vermissten türkischen Segler zu finden, der vor der Küste der Stadt Catanzaro in der süditalienischen Region Kalabrien verschwunden ist, berichteten italienische Medien.

Schäden im ganzen Land Foto: APA (AFP)
Schäden im ganzen Land Foto: APA (AFP)

Zuletzt wurde die Leiche eines 61-Jährigen aus dem Ort Falcade in der Dolomiten-Provinz Belluno geborgen. Sein Auto war mit laufendem Motor und offenen Türen unweit eines Flusses entdeckt worden, der wegen der schweren Niederschläge der vergangenen Tage über die Ufer getreten war.

Es handelt sich um das zweite Todesopfer in der Provinz Belluno seit Beginn der schweren Unwetter. Die deutsche Sprachinsel in Belluno Plodn/Sappada war weiterhin nach Erdrutschen vom Rest der Welt abgeschnitten.

Berlusconis Sohn in Portofino eingesperrt

Besonders schwierig ist die Lage in Ligurien. Bis zu zehn Meter hohe Wellen brachen sich am Dienstag an der Küste der Riviera. Im renommierten Badeort, rund 30 Kilometer südöstlich von Genua, riss der Sturm Luxusjachten aus ihren Vertäuungen und ließ sie aufs Ufer krachen.

Fast 200 Jachten wurden durch die bis zu zehn Meter hohen Wellen zerstört, darunter auch die „Suegno” im Besitz des Sohnes von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Pier Silvio Berlusconi und seine Familie konnten die Badeortschaft Portofino nicht verlassen, da eine Zufahrtstraße zur Ortschaft schwerbeschädigt wurde und nicht befahrbar ist.

Wassermassen in Rom und Venedig

In Venedig besserte sich allmählich die Lage. Die Behörden beklagten Schäden in der Markusbasilika. Einige Dutzend Quadratmeter des antiken Mosaik-Fußbodens in Marmor wurden vom Salzwasser überschwemmt. Wasser drang auch in das Baptisterium und in die Kapelle Zen ein, in der sich Bildzyklen und Einzelszenen aus der Legende des Heiligen Markus befinden. Das Wasser erreichte auch die byzantinischen Bronzetore und die Säulen, teilten die Behörden in Venetien mit.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi warnte vor weiteren Niederschlägen in den kommenden Tagen in der Hauptstadt. Die Gemeinde Rom sei bemüht, die Straßen sauber zu halten, um Überschwemmungen zu verhindern. Die Schulen sind in Rom am Mittwoch nach zwei Tagen wieder offen.

apa

stol