Ein Thema, das seit den 1980-er Jahren immer wieder aufs Tapet kommt, ist die Umfahrung von Blumau. 13.000 Fahrzeuge fahren laut einer Erhebung von 2016 tagtäglich durch die Karneider und Völser Fraktion; heute dürften es laut Bürgermeister Albin Kofler bis 24.000 Auto täglich sein. Ist die Autobahn gesperrt, sei die Brennerstraße SS12 durch Blumau die einzige Möglichkeit, auf der Nord-Süd-Achse über den Brenner nach Italien oder umgekehrt nach Mitteleuropa zu gelangen. <BR /><BR />In den vergangenen 20 Jahren wurden viele Varianten für eine Entlastung des verkehrsgeplagten Dorfs präsentiert, zuletzt im Spätherbst 2021. Mit der jüngsten Variante könnten 60 Prozent des Verkehrs am Blumauer Zentrum vorbeigeführt werden, vor allem jener entlang der Brennerstraße zwischen Klausen und Bozen – und damit auch der Schwerverkehr. Mit geschätzten Kosten von 50 Millionen Euro wäre es laut Ing. Michael Pfeifer „nicht die billigste, aber auch nicht die teuerste Variante.“ <BR /><BR />Trotz der vielversprechenden Präsentation der neuen Trasse und positiver Rückmeldungen von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Alfreider gehe es nur sehr schleppend weiter: „Die damalige Aufbruchsstimmung hat mittlerweile einen Dämpfer bekommen“, sagt Bürgermeister Albin Kofler. Er ist enttäuscht, „dass die Dringlichkeit für die Menschen in Blumau“ bei den politischen Entscheidungsträgern noch nicht angekommen sei.<h3> „Wenig passiert“</h3>Beim Treffen im Oktober 2022 „versprach uns Landesrat Alfreider, dass weitere Aussprachen mit der Nachbargemeinde Völs geführt und Techniker mit der dringend nötigen Weiterführung der Planung der Umfahrungsstraße beauftragt werden“, so Kofler. Passiert sei wenig. Der Karneider Gemeinderat ist sich nun der Dringlichkeit einer raschen Lösung für die Blumauer Bevölkerung bewusst.<BR /><BR />„Es geht nicht um ein Projekt, mit dem eine Straße wegen Abgas und Lärm verlegt werden soll – angesichts des großen Umbruchs in der Mobilität ist dies nicht mehr relevant“, so Kofler. Es gehe vielmehr um die Umfahrung für ein Dorf, das von der Brennerstraße zweigeteilt wird – mit allen Konsequenzen. Bürgermeister Kofler verweist auf die Gefahren für Radfahrer, Fußgänger und Familien mit Klein- und Schulkindern. <BR /><BR />Die Menschen in Blumau ärgern sich, dass ihr dringlichstes Anliegen seit Jahrzehnten nicht gehört wird. Daher beharrt der Gemeinderat auf die schnellstmögliche Realisierung einer Umfahrungsstraße. Der Beharrungsbschluss wurde an Landeshauptmann Arno Kompatscher und die Mitglieder der Landesregierung geschickt. Jetzt sei die Landespolitik am Zug: „Wir werden auf keinen Fall locker lassen,“ sagt Albin Kofler.