Wie er in Meran und dem Burggrafenamt die Sicherheitslage einschätzt, schildert er im Interview.<BR /><BR /><b>Herr Hauptmann Cannata Galante, vor Ihrem Amtsantritt in Meran und nach ihrer Ausbildung an der Militärakademie in Modena und der Offiziersschule in Rom, haben Sie in Genua und zuletzt zwei Jahre in Bozen als Leiter der Funkstreife Dienst getan. Konnten Sie einen Unterschied Ihrer Arbeit zwischen Bozen und jetzt in Meran feststellen?</b><BR />Sebastiano Cannata Galante: Abgesehen davon, dass mit insgesamt elf Carabinieri-Stationen und rund 100 Carabinieri die Verantwortung gestiegen ist, kann ich feststellen, dass den Bürgern ihre Sicherheit sehr wichtig ist und sie sehr viel Wert darauf legen, dass wir präsent sind. Der Kontakt ist viel direkter, das mag auch damit zu tun haben, dass Meran überschaubarer ist als Bozen. Die Menschen kommen auf uns zu und suchen uns. Das ist für uns ein schöner Ausdruck des Vertrauens und der Anerkennung. Vor allem ist schön zu sehen, dass wir für ältere Menschen ein Bezugspunkt sind. <BR /><BR /><b>Inwiefern?</b><BR />Cannata Galante: In Dorf Tirol konnten wir einen Betrug an älteren Menschen verhindern, weil sie sich direkt an den dortigen Stationsleiter gewandt haben.<BR /><BR /><b>Wie viele Bürger suchen pro Jahr das Carabinieri-Kommando in Meran auf?</b><BR />Cannata Galante: 13.000 Bürger suchen uns auf. Das ist ein starker wie schöner Vertrauensbeweis und man verlangt nach unserem Einsatz. Natürlich hätten die Menschen gern sofort und vollständige Antworten, aber das ist aus Ermittlungsgründen oft nicht möglich. Aber das Zusammenspiel mit der Bevölkerung ist sehr gut. Wichtig ist, dass man sich sofort über die Landesnotrufnummer 112 meldet und nicht zuwartet. Denn jeder Hinweis kann uns helfen, eine potenzielle Straftat aufzudecken.<BR /><BR /><b>Ein Beispiel?</b><BR />Cannata Galante: Die Burggräfler sind sehr kooperativ, melden uns suspekte Personen oder Vorfälle. Wie beispielsweise in Dorf Tirol, wo es über die Weihnachtszeit zu Einbrüchen gekommen war. Man hat sich an uns gewandt und uns wertvolle Hinweise gegeben. So konnten wir unter Mithilfe der Bevölkerung den Täter ausforschen. <BR /><BR /><b>Laut den Meraner Carabinieri-Meldungen werden immer wieder beträchtliche Mengen an Drogen beschlagnahmt. Nimmt dieses Phänomen zu?</b><BR />Cannata Galante: Es stimmt, im Kampf gegen Drogen sind wir sehr dahinter. Aber das Phänomen ist stabil. Es gibt keine Anzeichen, dass der Drogenhandel sich ausweiten würde. Aber wir haben ein genaues Auge darauf.<BR /><BR /><b>Neue synthetische Drogen wie Fentanyl usw.? </b><BR />Cannata Galante: Nein, glücklicherweise sind wir auf diese Drogen bisher noch nicht gestoßen, bis auf Crystal Meth jüngst in Lana.<BR /><BR /><b>Wie schaut es am der Front der Wohnungseinbrüche aus?</b><BR />Cannata Galante: So ungut und arg jeder einzelne Wohnungseinbruch für den Betroffenen ist, weil er eine schwere Verletzung des persönlichen Lebensbereiches ist, lässt sich keine Zunahme dieser Einbrüche feststellen. Nichtsdestotrotz zirkulieren nachts in Meran und den Nachbargemeinden vermehrt Streifenwagen.<BR /><BR /><b>Jüngst sorgten zwei Fälle von Jugendlichen, die Gleichaltrige mittels Schreckschusspistole bedrohten und berauben wollten bzw. unter Androhung von Gewalt tatsächlich beraubten, für Aufsehen. Liegt hier etwas im Argen?</b><BR />Cannata Galante: Nein, kein Grund alarmiert zu sein. In einem Fall war sich der Jugendliche gerade wegen seines jungen Alters nicht im Klaren, was er da anrichtet.<BR /><BR /><b>Sie sagten, in Ihrem Meraner Kommando sind rund 100 Carabinieri tätig. Wie viele davon sind Frauen? </b><BR />Cannata Galante: Es sind rund zehn Prozent Frauen, die unseren Dienst ergänzen und bereichern. Denn sie sind beispielsweise bei Fällen von Gewalt in der Familie, gegenüber Frauen und Kindern sensibler.<BR /><BR /><b>Zu Ihnen: Was tun Sie am liebsten, wenn Sie nicht arbeiten?</b><BR />Cannata Galante: Ich bin viel und gern im Meraner Stadtzentrum unterwegs, aber ich wandere auch sehr gerne und bin mit dem Mountainbike unterwegs, wenn es wärmer wird. Hier im Burggrafenamt habe ich eine große Auswahl. Und ebenfalls in meiner Freizeit vertiefe ich sehr gern meine Jus-Ausbildung.