Montag, 09. März 2020

133 Tote innerhalb eines Tages in Italien

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien steigt rasant: Innerhalb eines Tages seien 133 Menschen der neuartigen Lungenkrankheit erlegen, teilten die Behörden am Sonntagabend in Rom mit.

Mehrere Gebiete in Italien sind mittlerweile Sperrzone, unter anderem die Lombardei.
Mehrere Gebiete in Italien sind mittlerweile Sperrzone, unter anderem die Lombardei. - Foto: © ANSA / MATTEO BAZZI
Allein in der Region Lombardei wurden seit Samstag 103 Tote registriert.

Insgesamt starben 366 Menschen in Italien am Coronavirus. In Ägypten starb erstmals ein Deutscher. In Österreich sind 102 Fälle bestätigt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatte die italienische Regierung zuvor verschärfte Maßnahmen beschlossen.

Seit Sonntag sind ganze Regionen und Städten im Norden abgeriegelt, 16 Millionen Menschen sind betroffen. Sie dürfen die Gebiete bis zum 3. April nicht mehr verlassen.

Die staatliche Fluglinie Alitalia stellte ihren kompletten Betrieb am großen Mailänder Flughafen Malpensa ein und reduzierte ihre Flüge von den Flughäfen Mailand-Linate und Venedig. Die italienische Regierung rief jedoch Touristen zum Verlassen der Quarantäne-Zonen auf. Laut dem Außenministerium in Wien halten sich in den sogenannten „Roten Zonen“ einige Tausend Österreicher auf.

„Wir stehen vor einer nationalen Notlage“, betonte der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Süditalien will sich vor Reisenden aus Norditalien schützen

In Süditalien versuchte man sich gegen das Coronavirus zu wappnen, indem Flug- und Bahngesellschaften und Autobahnbetreiber zur Meldung von Reisenden aufgerufen wurden.

Ein am Samstagabend von Mailand abgefahrener Nachtzug traf in Salerno mit fünf Stunden Verspätung ein, nachdem er wiederholt zu Kontrollen angehalten wurde. Viele Süditaliener versuchten am Sonntag, aus der Lombardei nach Hause zu reisen.

„Jugendliche haben Verantwortung, Eltern und Großeltern zu schützen“

Der Leiter des obersten Gesundheitsinstituts Italiens, Silvio Brusaferro, wies darauf hin, dass die italienischen Coronavirus-Opfer älter seien als die chinesischen. 60 Prozent der Todesopfer in Italien seien älter als 80 Jahre.

Die meisten Todesopfer ab 70 Jahre hätten an einer oder mehreren chronischen oder akuten Krankheiten gelitten, so Brusaferro. Er rief jüngere Italiener auf, Menschenansammlungen zu meiden, um sich und ältere Angehörige nicht anzustecken.

„Jugendliche haben die Verantwortung, ihre Eltern und Großeltern zu schützen“, sagte Brusaferro.

apa/afp/dpa

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