Donnerstag, 30. März 2017

14-Jähriger stirbt bei Rodelunfall in Sexten: Urteil bestätigt

Es ist über fünf Jahre her, dass der 14-jährige Romano Campiti auf der Rodelbahn Rotwand in Sexten sein Leben ließ. Der Junge war von der Bahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Vor einem Jahr sprach das Gericht drei Männer schuldig. Dieses Urteil wurde heute bestätigt.

Vor fünf Jahren ließ Romano Campiti auf der Rodelbahn Rotwand in Sexten sein Leben.
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Vor fünf Jahren ließ Romano Campiti auf der Rodelbahn Rotwand in Sexten sein Leben. - Foto: © shutterstock

Laut Gericht und Oberlandesgericht sind Mark Winkler (Direktor der Sextner Dolomiten AG), Rudolf Egarter (Sicherheitsbeauftragter des Skigebietes) und Alessio Talamini (Skilehrer) am tragischen Rodelunfall vom 1. März 2012 in Sexten schuld.

Marco Paparella, Richter am Landesgericht, hatte die drei Männer bereits im April 2016 zu je einem Jahr und drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Zusätzlich dazu mussten sie Schadenersatz in der Höhe von 240.000 Euro zahlen und sämtliche Gerichtskosten übernehmen. Das Oberlandesgericht bestätigte diesen Urteilsspruch im Berufungsprozess am Donnerstag.

Gegen einen Baum geprallt

Bei dem Unfall im März 2012 hatte Romano Campiti sein Leben lassen müssen. Der 14-Jährige war gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher, mit der er sich zum Wintersportausflug in Sexten aufhielt, über die Rodelbahn Rotwand abgefahren. Auf einer Geraden, rund 400 Meter nach dem Start, kam Campiti von der Rodelbahn ab, stürzte einen steilen Abhang hinunter und prallte gegen einen Baum. Für den Jugendlichen kam jede Hilfe zu spät.

Richter am Landesgericht: Gleich mehrfach fahrlässig

Wie die Erhebungen später ergaben, waren an der Unglücksstelle keinerlei Sicherungen angebracht. Winkler und Egarter wurden Versäumnisse vorgeworfen. Dem Skilehrer Talamini hingegen wurde zur Last gelegt, dass er den Buben alleine habe abfahren lassen, obwohl dieser nicht rodeln konnte.

In seiner Urteilsbegründung kam Richter Paparella schließlich zum Schluss, dass die drei Männer gleich mehrfach fahrlässig gehandelt hätten. Das Unglück wäre vermeidbar gewesen, wenn sie ihre Pflichten erfüllt hätten: Der Skilehrer, indem er sich vergewissert hätte, dass der Jugendliche rodeln konnte, über die entsprechende Ausrüstung verfügte und der Abfahrt gewachsen war. Die Verantwortlichen für die Rodelbahn, indem sie alle Stellen, die Gefahren bergen können, gesichert hätten.

Das Oberlandesgericht teilte am Donnerstag die Auffassung des Richters: Es bestätigte das Urteil in zweiter Instanz.

stol/D

stol