„Fast die Hälfte aller über 85-Jährigen zählen zu den Pflegebedürftigen; bei den 75- bis 84-Jährigen hingegen sind es nur knappe 14 Prozent“, fasste Landesrat Richard Theiner am Donnerstag auf einer Tagung zum Thema Pflege zusammen. Dies zeige deutlich, dass mit steigender Lebenserwartung auch die Zahl der Pflegebedürftigen weiter wachsen werde, so der Landesrat. Das bedeute auch höhere Kosten.“Finanzierung gesichert“Seit dem 1. Juli 2008 flossen rund 500 Millionen Euro aus den Landeshaushalten in die Pflegesicherung, die weiterhin von der öffentlichen Hand getragen werden soll. „2010 hat das Land 193 Millionen Euro ausgegeben, heuer werden es 200 Millionen sein. Die Pflegeversicherung wird aber auch in den kommenden Jahren über den Landeshaushalt bezahlt, es wird hier keine zusätzlichen Belastungen für die Südtiroler geben“, betonte Theiner gegenüber STOL. „Es ist eine steuerfinanzierte Grundsicherung, auf die alle Bürger Anspruch haben.“Die Pflegesicherung werde aber nicht alle Kosten abdecken, unterstrich der Landesrat. TagungFür die Zukunft seien die Rahmenbedingungen für pflegende Familienangehörige und für Pflegekräfte weiter zu verbessern, hieß auf der Tagung in Bozen. Auch solle das System der Betreuungs- und Pflegedienste flexibler sowie neue Wohnformen und -projekte verstärkt angeboten werden. Eine große Herausforderung liege in der Integration von ambulanten und stationären Diensten, sozialen und Gesundheitsdiensten, öffentlichen und privaten Diensten sowie von Professionellen und Freiwilligen.„Die lokalen Netzwerke sollten besser ausgebaut werden und lokale Pflegeschalter sind notwendig, um eine umfassende und integrierte Beratung und Betreuung vor Ort zu ermöglichen“, unterstrich Karl Tragust, Direktor der Abteilung Sozialwesen.stol