Donnerstag, 04. April 2019

15-Jähriger nach Protesten: „Ihr wollt nur Stimmen“

Bei den Rassismus-Protesten in Torre Maura, in der Peripherie Roms am Mittwochabend hat ein 15-jähriger Junge seine Stimme erhoben. Gegenüber Mauro Antonini von Casapound erklärte er, wie wenige er von der Aktion hält.

Das Gesicht des Jugendlichen wurde verpixelt, um ihn zu schützen. - Foto: Screenshot/Video
Das Gesicht des Jugendlichen wurde verpixelt, um ihn zu schützen. - Foto: Screenshot/Video

„Ihr treibt den Hass der Bevölkerung an, nur um Stimmen zu erhalten. Dabei immer gegen Minderheiten zu gehen, finde ich nicht in Ordnung“, gab ein erst 15-Jähriger bei den Protesten am Mittwoch in Torre Maura kund. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Er richtete seine Worte direkt an den Casapound-Anhänger Mauro Antonini: „Das was hier passiert, ist nur um zu vermitteln, in welch heruntergekommenen Lage Torre Maura sich befindet. Wenn mir jemand die Wohnung ausraubt, ist mein Problem, dass ich ausgeraubt wurde – nicht, dass mich ein Roma ausgeraubt hat. Niemand soll zurückgelassen werden: Weder Roma noch Italiener.“

Daraufhin fragte Antonini, ob er Roma als Minderheit ansehe. „Ich denke schon“, antwortete daraufhin der Jugendliche, „wir sind schließlich 60 Millionen.“

Er beteuerte, keine politischen Absichten zu haben, aber er sei eben ein Bewohner von Torre Maura.

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi zeigte sich begeistert und bedankte sich auf Facebook bei dem 15-Jährigen: „Das sind die wahren Bürger von Torre Maura. Danke Simone. Die Jugend ist unsere Zukunft. In Rom ist kein Platz für Extremisten.“

stol

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