Sonntag, 11. September 2016

15 Jahre nach 9/11: USA gedenken

Mit einer Reihe von Veranstaltungen gedenken die USA am 15. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 der Opfer.

Vor 15 Jahren fand die Terrorattacke auf New York statt.
Vor 15 Jahren fand die Terrorattacke auf New York statt. - Foto: © APA/EPA

Bereits am Freitag veranstalteten die Musikkapellen der New Yorker Polizei eine Parade in Manhattan, zu der auch Beamte aus anderen US-Städten kamen. US-Präsident Barack Obama warnte in einer Rede davor, im Kampf gegen den Terrorismus die Werte der USA zu vernachlässigen.

Mit Dudelsäcken, Trommeln und anderen Instrumenten zogen die New Yorker Polizeikapellen durch Manhattan. Sie spielten Lieder wie „Amazing Grace“ und „God Bless America“ oder auch „New York, New York“.

Seit den Anschlägen vom 11. September spielen die Kapellen der New Yorker Polizei alljährlich in der Nähe des Anschlagsortes Ground Zero, um die Opfer zu ehren. Zum diesjährigen 15. Jahrestag des Terroranschlags auf das World Trade Center luden sie Polizeibands aus anderen Städten dazu. Kollegen aus Boston, Chicago, Cleveland und Seattle folgten ihrer Einladung.

Wunden sind noch da 

„15 Jahre scheinen eine lange Zeit zu sein, aber die Wunden sind noch da“, sagte der New Yorker Polizeigeistliche Robert Romano in einer Ansprache vor den Beamten. Auch der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio nahm an der Veranstaltung teil.

Bei den Anschlägen vor 15 Jahren hatten Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida Passagierflugzeuge entführt und in das World Trade Center sowie in das Gebäude des Verteidigungsministeriums bei Washington gesteuert. Eine vierte entführte Maschine stürzte im US-Staat Pennsylvania in ein Feld. Etwa 3000 Menschen wurden durch die Anschläge getötet, die meisten in New York.

Polizeiparade läutete Gedenkveranstaltungen ein

Die Polizeiparade läutete eine Reihe von Gedenkveranstaltungen in den USA ein. Am Sonntag sollten im Rahmen der Spiele der Nationalen Football-Liga (NFL) Videobotschaften von US-Präsident Barack Obama sowie von George W. Bush ausgestrahlt werden, der zum Zeitpunkt der Anschläge Präsident war. Wie die NFL weiter mitteilte, sollte vor jedem Spiel die Nationalhymne gespielt werden. Außerdem träten besondere Gäste wie Rettungskräfte auf, die den Anschlagsopfern zu Hilfe geeilt waren.

Das New Yorker Museum zu den Anschlägen wollte aus Anlass des 15. Jahrestages ab Montag Gemälde, Videos und Skulpturen von 13 Künstlern ausstellen.

Obama warnt vor Terror 

Obama widmete seine wöchentliche Radioansprache dem 15. Jahrestag der Anschläge. Die US-Gesellschaft dürfe keine Reaktionen auf Anschläge zulassen, „die das Gefüge unserer Gesellschaft erodieren lassen würden“, sagte er. Es seien „unsere Vielfalt, unser Willkommen für alle Talente, unser fairer Umgang mit jedem – ungeachtet seiner Rasse, seines Geschlechts oder Glaubens“, die die USA so „großartig“ und „unverwüstlich“ machten.

Obama bezeichnete den Tag der Anschläge in seiner Radioansprache als „einen der schwärzesten in der Geschichte unseres Landes“. Seitdem sei viel passiert. „Wir haben (Al-Kaida-Chef) Osama bin Laden der Gerechtigkeit zugeführt“, sagte der US-Präsident mit Blick auf bin Ladens Tötung durch ein US-Kommando in Pakistan im Mai 2011. Die innere Sicherheit sei gestärkt und Anschläge vereitelt worden.

Obama räumte ein, dass sich die terroristische Bedrohung „weiter entwickelt“ habe. Daher kämpften die USA „in Afghanistan, Irak, Syrien und darüber hinaus“ gegen Terroristen wie die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). „Wir werden sie zerstören“, versicherte der Präsident.

apa/dpa

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Wie Südtiroler, die damals vor Ort in New York waren, 9/11 erlebten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Sonntagszeitung "Zett"

stol