Nach Angaben der Ermittler betrieb der Jugendliche mehrere Social-Media-Profile, über die er Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch neonazistische und antisemitische Inhalte verbreitet haben soll. Die Ermittlungen begannen nach einem Hinweis des Inlandsgeheimdienstes Aisi und wurden von der Staatsschutzabteilung der Polizei in Mailand gemeinsam mit der Digos in Como geführt.<BR /><BR />Der 16-Jährige war den Sicherheitsbehörden zuvor nicht bekannt und ist nicht vorbestraft. Nach Einschätzung der Ermittler nutzte er technische Mittel, um seine Identität zu verschleiern und auf Propagandaplattformen des IS zuzugreifen. Bei einer Hausdurchsuchung stellten die Beamten umfangreiches Material sicher, darunter Videos, Bilder und Dokumente des IS in mehreren Sprachen. Gefunden wurden außerdem Aufnahmen von Ausbildungslagern, Hinrichtungen sowie sogenannte Naschids, religiöse Gesänge, die von islamistischen Gruppen zu Propagandazwecken eingesetzt werden. Daneben entdeckten die Ermittler auch neonazistische und rechtsextremistische Inhalte.<h3> Ermittler stellten Video sicher, das offenbar den Bau eines improvisierten Sprengsatzes erläutert</h3>Auf dem Computer des Jugendlichen fanden die Ermittler zudem ein russischsprachiges Video mit dem Logo des IS, das den Bau eines improvisierten Sprengsatzes mit leicht verfügbaren Materialien erläutern soll. Nach Angaben der Polizei beherrscht der Jugendliche Russisch.<BR /><BR /> Nach Einschätzung der Ermittler befand sich der 16-Jährige in einem „fortgeschrittenen Stadium der Radikalisierung“. Ausgewertete Chats sollen darauf hindeuten, dass er Kontakte zu Anhängern des IS unterhielt und selbst an der Erstellung von Propagandamaterial für die Terrororganisation beteiligt gewesen sein will. <BR /><BR />Die Ermittlungen dauern an. Die Behörden prüfen, ob der Jugendliche in ein größeres extremistisches Netzwerk eingebunden war oder weitere Personen von seinen Aktivitäten wussten.