Montag, 21. September 2015

16-jähriger Syrer schafft es nach Europa - und stirbt an Pilzvergiftung

Ein 16 Jahre alter syrischer Flüchtling ist in der Uniklinik Münster an den Folgen einer schweren Pilzvergiftung gestorben. Der Jugendliche war in der vergangenen Woche nach dem Verzehr giftiger Knollenblätterpilze eingeliefert worden. Laut Mitteilung der Uniklinik von Montag fand sich für den 16-Jährigen kein passendes Spenderorgan. Er starb in der Nacht auf Montag an Leberversagen.

Ein Knollenblätterpilz wurde einem 16-jährigen syrischen Flüchtling zum Verhängnis.
Ein Knollenblätterpilz wurde einem 16-jährigen syrischen Flüchtling zum Verhängnis. - Foto: © APA/EPA

„Aufgrund der Schwere der Vergiftung war eine Transplantation letztendlich die einzige Chance“, erklärte Hartmut Schmidt, Direktor der Klinik für Transplantationsmedizin.

Vier weitere Patienten, darunter die Mutter des Jungen, sind derzeit ebenfalls wegen einer Pilzvergiftung in Münster in Behandlung. Drei von ihnen können die Klinik in den nächsten Tagen geheilt wieder verlassen. Bei einem vierten Patienten ist die Lage kritisch, hier wird eine Spenderleber gesucht.

Der Knollenblätterpilz ist einer der giftigsten Pilze in Mitteleuropa und für rund 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Er wird immer wieder mit Champignons verwechselt.

In Deutschland sind in der vergangenen Woche über 50 Fälle von Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz aufgetreten. Betroffen waren meist Flüchtlinge aus Syrien. Ärzte vermuten, dass es in Syrien einen essbaren Pilz gibt, der dem Knollenblätterpilz stark ähnelt. 

dpa

stol