Samstag, 30. November 2019

16. Südtiroler Weltladen in Kastelruth eröffnet

Nach Brixen (feiert 2020 sein 40-jähriges Bestehen), Sand in Taufers, Bozen, Leifers, Meran, Lana, Latsch, Neumarkt, Sterzing, Gröden, Klausen, Bruneck und Toblach hat am Samstag der 16. Südtiroler Weltladen in Kastelruth geöffnet.

Foto: v.l.n.r.: Anna Mayr (Kernteam), Margarethe Sabbadini (Kernteam), Rudi Sampt (Kernteam), Friedrich Gantioler (Obmann Sozialgenossenschaft Weltladen Klausen), Thomas Mayr (Eine-Welt-Gruppe Kastelruth), Gabriella Überbacher (Kernteam), Margret Steiner (Kernteam), Annita Schenk (Kernteam), Simon Profanter (Kernteam), Ernst Vorhauser (Vorstandsmitglied Sozialgenossenschaft Weltladen Klausen), Brigitte Gritsch (Koordinatorin Südtiroler Weltläden)
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Foto: v.l.n.r.: Anna Mayr (Kernteam), Margarethe Sabbadini (Kernteam), Rudi Sampt (Kernteam), Friedrich Gantioler (Obmann Sozialgenossenschaft Weltladen Klausen), Thomas Mayr (Eine-Welt-Gruppe Kastelruth), Gabriella Überbacher (Kernteam), Margret Steiner (Kernteam), Annita Schenk (Kernteam), Simon Profanter (Kernteam), Ernst Vorhauser (Vorstandsmitglied Sozialgenossenschaft Weltladen Klausen), Brigitte Gritsch (Koordinatorin Südtiroler Weltläden) - Foto: © Südtiroler Weltladen

In vielen Gemeinden Italiens werden Weltläden geschlossen, in Südtirol öffnen sie. Während anderswo Freiwillige fehlen oder die Geschäfte sich nicht tragen, wurde am heutigen 30. November in Kastelruth die Tür zum 16. Südtiroler Weltläden aufgesperrt – der Weltladen Schlern Bottega del Mondo. Bei einem Umtrunk mit fairen Produkten stellten sieben engagierte Bürgerinnen und Bürger rund um Koordinatorin Anna Mayr den neuen Weltladen neben der Post von Kastelruth vor. Auf einer Fläche von 75 Quadratmetern verkaufen zwei Dutzend Freiwillige von Montag bis Samstag Lebensmittel, Kosmetik, Schmuck und Handwerksprodukte aus dem Fairen Handel, dazu Produkte von lokalen Kleinproduzent*innen wie biologisches Getreide, Lärchenöl, Traubensaft, Kräutertees oder Honig.

Zwei Dutzend freiwillige Verkäufer*innen halten das Geschäft in der Oswald-v.-Wolkensteinstraße 21 in Kastelruth vormittags von Montag bis Samstag von 8.30 bis 12.30 Uhr und nachmittags von Montag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr am Laufen. Ein engagiertes siebenköpfiges Kernteam kümmert sich um Verwaltung, Einkauf und Öffentlichkeitsarbeit: Dazu gehören Koordinatorin Anna Mayr (Kastelruth, oew-Mitarbeiterin), Margret Steiner (St. Ulrich, Lehrerin in Pension), Gabriella Überbacher (Kastelruth, Lehrerin in Pension), Margarethe Sabbadini (Tisens, Umweltpädagogin), Rudi Sampt (Kastelruth, Freier Theologe), Daniela Mauroner (Tisens/Seis, Marketing und Sekretariat im Hotelbereich) und Simon Profanter (Kastelruth, Geschäftsführer Wirtschaftsgenossenschaft Klausen). Anna Mayr freute sich bei der Eröffnungsfeier über das große Interesse auf dem Hochplateau. Das positive Feedback und die vielen Unterstützungszusagen der Bürger*innen hätten zur schnellen Umsetzung des Weltladens beigetragen. „In nicht einmal drei Monaten haben wir 80 Mitglieder und fast 30 Freiwillige gewonnen. Das bestätigt uns, dass wir nicht auf dem Holzweg sind.“

Im neuen Weltladen Schlern werden unter anderem Gewürze wie Zimt, Nelken, Pfeffer, Kardamom und Koriander aus Sri Lanka, Schokolade und Kaffee aus Südamerika und Afrika, Reis aus Thailand, Inhaltsstoffe für Seifen und Shampoos aus Afrika, Asien und Südamerika, Tomatensauce und Olivenöl aus mafiabefreiten Böden in Süditalien, sowie handgemachte Körbe, Geschirr und Tücher aus aller Welt verkauft. Der faire Handel steht unter anderem für einen fairen Preis, für faire Arbeitsbedingungen, Transparenz in der Lieferkette und das Verbot von Kinderarbeit.

Der neue Weltladen Schlern ist Teil der „Sozialgenossenschaft Weltladen Klausen ONLUS“. Deren Obmann Friedl Gantioler setzt auf enge Zusammenarbeit: „Gemeinsam können wir Kräfte bündeln und Ressourcen sparen. Die Weltläden in Kastelruth und Klausen arbeiten eigenverantwortlich, den Verwaltungsaufwand teilen wir.“

Brigitte Gritsch koordiniert die Südtiroler Weltläden. Sie freut sich, dass innerhalb von 39 Jahren in Südtirol der 16. Weltladen öffnet. „Kaufen ist eine soziale und verantwortungsvolle Entscheidung“, betont sie. Kaufen heiße abstimmen. Fair Trade sei deshalb nicht nur eine Frage des Geldes. Fair Trade sei eine politische und soziale Frage. Dieser Frage solle sich jede*r mündige Bürger*in stellen.

Für die Geschäftsausstattung des Weltladens Schlern wie Einrichtung, Beleuchtung, Vitrinen, Kassa, Computer, Drucker, Internet, Telefon sind Investitionskosten angefallen. Dazu kommen laufende Spesen wie Miete, Buchhaltung, Heizung, Strom, Versicherung, Abschreibungen und Werbematerialien. Das wird über Mitgliedsbeiträge (Genossenschaftsanteile), Spenden, öffentliche Beiträge und ein Darlehen finanziert.

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