Dienstag, 21. April 2020

17.000 Hochzeiten in Italien abgesagt: „Es sind viele Tränen geflossen“

Wegen der Ausgangssperre infolge der Coronavirus-Pandemie sind in Italien im Zeitraum März bis April 17.000 Hochzeiten abgesagt worden. Weitere im Mai und Juni geplante 50.000 Eheschließungen stehen auf der Kippe. Auch in Südtirol haben zahlreiche Brautpaare ihre Hochzeit verschoben.

Viele Paare haben ihre Hochzeit verschoben.
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Viele Paare haben ihre Hochzeit verschoben. - Foto: © shutterstock
Auch wenn die Diözese Bozen-Brixen auf Nachfrage von STOL keine genauen Zahlen zu den bisher abgesagten Hochzeiten in Südtirol nennen konnte, Fakt ist: Zahlreiche Paare durften in den vergangenen Wochen wegen der Sicherheitsmaßnahmen nicht heiraten, viele wollen unter diesen Umständen auch nicht und andere stehen noch vor der Entscheidung, ob sie ihre Hochzeit verschieben oder nicht.

„Es sind Tränen geflossen

Auch ein betroffenes Brautpaar aus dem Überetsch hat ihre für Juli geplante Hochzeit um ein Jahr verschoben. „Die Entscheidung haben wir lange hinausgezögert und uns dann aber doch dafür entschieden, erst nächstes Jahr zu heiraten. Die Enttäuschung war anfangs groß und es sind auch viele Tränen geflossen, aber jetzt freuen wir uns umso mehr auf nächstes Jahr“, so die Braut gegenüber STOL.

„Wir wollten einfach keine Hochzeit, bei der alle mit Mundschutz und Sicherheitsabstand feiern müssen. Wir möchten unsere Liebe mit Freude und Leichtigkeit besiegeln und dieser besondere Tag soll nicht überschattet sein von diesem Virus. Außerdem hätten wir auch zahlreiche Gäste aus dem Ausland erwartet, die im Juli vielleicht nicht einmal einreisen hätten dürfen.“

„Auch wenn die Entscheidung schwer gefallen ist, sie fühlt sich richtig an“, so die Braut abschließend.


Schwere Einbußen für den Hochzeitssektor

Und so wie das Paar aus dem Überetsch haben auch tausende andere Paare in Italien entschieden, so berichtet der Verband Assoeventi, der in der Hochzeitsorganisation tätige Betriebe vereint, in einer Mitteilung. Der Hochzeitssektor beklagt einen Umsatzrückgang zwischen 80 und 100 Prozent.

Der Verband Assoeventi bittet die Regierung um Unterstützungsmaßnahmen für den Zeitraum zwischen März und August, sowie einen erleichterten Zugang zu Krediten.

In Italien wurden im Vorjahr 219.000 Ehen geschlossen. Die aktuelle Ausgangssperre betrifft Restaurants und andere Locations, in denen Hochzeiten gefeiert werde. Auch Blumenhändler, Fotografen, Musiker und Hochzeitsplaner sind hart betroffen.

apa/vs