Gegen 23 Uhr soll es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund gegeben haben. Fest steht, dass auf den jungen Mann, der aus dem Unterland stammt, mit einem Messer eingestochen wurde. Der 18-Jährige erlitt dabei eine mehrere Zentimeter tiefe Stichverletzung am Oberkörper. <BR /><BR />Unter den Ersthelfern vor Ort war auch Gemeindereferent und Feuerwehrkommandant Christopher Nardin, der zusammen mit anderen Helfern die starke Blutung zu stoppen versuchte und auch für Ordnung sorgte. „Ich war zusammen mit einigen Kameraden der Feuerwehr beim Fest und gerade auf dem Weg nach Hause, als mich die Organisatoren des Festes darauf hinwiesen, dass in der Nähe etwas passiert ist. Die Feuerwehrkollegen, die noch auf dem Fest geblieben waren, sind dann auch gleich los“, sagte Nardin gestern gegenüber Südtirol Online. Denn zum Messerstich sei es nicht beim Fest gekommen, sondern etwa 100 Meter weit entfernt. Um dem Opfer, das ansprechbar gewesen sei, zu helfen, habe eine Person einen Druckverband auf die sieben bis acht Zentimeter tiefe Wunde angelegt, um die Blutung zu stoppen.<h3> „Traurig – viele Leute haben alles gefilmt“</h3>„Um den jungen Mann in dieser Situation zu schützen, haben wir ihn zudem gemeinsam mit Vizebürgermeister Luca Miozzo vor Schaulustigen abgeschirmt und auch versucht, die Situation zu beruhigen. Das Traurige ist, dass mehrere Leute alles mit ihren Smartphones gefilmt haben“, betonte Nardin. Das Weiße Kreuz Salurn sei kurz darauf mit drei Rettungskräften vor Ort gewesen und habe die notfallmedizinische Versorgung des jungen Mannes übernommen. Der Verletzte sei in den Krankenwagen gebracht und ins Krankenhaus transportiert worden. Auf dem Weg dorthin habe der Notarzt die medizinische Erstversorgung übernommen. Das Fest sei natürlich abgebrochen worden.<BR /><BR />Die Carabinieri von Salurn und von Neumarkt, die noch am späten Samstagabend vor Ort Augenzeugen der blutigen Auseinandersetzung befragten, konnten schließlich einen Tatverdächtigen identifizieren, der im Dorf wohnt. Der mutmaßliche Täter, ca. 20 Jahre alt, soll in seiner Wohnung gewesen sein, wo die Carabinieri auch ein Messer sichergestellt haben sollen, das beim Angriff eingesetzt worden sein könnte. Der Mann wurde wegen schwerer Körperverletzung angezeigt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Die Verletzungen, die das 18-jährige Opfer davongetragen hat, sind glücklicherweise nicht lebensgefährlich. Die behandelnden Ärzte im Bozner Krankenhaus gaben eine Heilungsdauer von 20 Tagen an. Über die Hintergründe des Messerangriffs lagen gestern keine Informationen vor.<BR /><BR />Äußerst betroffen über die Gewalttat zeigt sich auch Salurns Bürgermeister Roland Lazzeri. „Es ist sehr schade, was passiert ist, weil es ein schöner und friedlicher Festtag war. Am Abend hat es gegen 20.30 Uhr noch die Ankunft des Staffellaufes 'Runforlife' zugunsten der Alzheimer Vereinigung ASAA sowie 'Parkinson Aktiv Südtirol' gegeben, der vom Brenner bis zu uns nach Salurn führt. Mit der Gewalttat war die gute Feststimmung dann natürlich dahin“, betonte Lazzeri gegenüber Südtirol Online. <BR /><BR />„Ich verurteile diesen Messerangriff auf das Schärfste. Soweit unsere Kompetenzen als Gemeinde reichen, werden wir Maßnahmen ergreifen, da wir nicht wollen, dass es bei uns zu solchen Gewaltakten kommt. Heute werde ich mich mit den Ordnungskräften treffen“, sagte der Bürgermeister. Bei Festen und Veranstaltungen habe es bisher meist Probleme, kleinere Reibereien, mit Gruppen Jugendlicher mit Migrationshintergrund gegeben, die nicht aus dem Dorf stammten. „Auch mit der Integrationsgruppe, in der Salurner Bürger verschiedener Nationalitäten vertreten sind, wird es ein Treffen geben, bei dem der Messerangriff Thema sein wird“, so Bürgermeister Lazzeri.