Donnerstag, 18. März 2021

Gemeinsam an die Corona-Opfer erinnern

Unter dem Motto „Innehalten.Gedenken.Ermutigen.“ rufen mehrere Südtiroler Organisationen und Institutionen die Bevölkerung dazu auf, am heutigen Donnerstag um 19 Uhr als Gemeinschaft jener Menschen zu gedenken, die mit oder an Covid-19 gestorben sind. Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher, SVP-Obmann Philipp Achammer und Soziallandesrätin Waltraud Deeg laden dazu ein, mit dem Aufstellen einer Kerze und einem kurzen Moment des Gedenkens daran teilzunehmen.

Um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster stellen und damit an die Corona-Verstorbenen erinnern: Ein kollektiver Gedenkmoment für die Opfer der Corona-Pandemie.
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Um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster stellen und damit an die Corona-Verstorbenen erinnern: Ein kollektiver Gedenkmoment für die Opfer der Corona-Pandemie. - Foto: © LPA/Greta Stuefer
„In einem kollektiven Gedenkmoment wollen wir an die Verstorbenen erinnern, gleichzeitig wollen wir aber auch nach vorne schauen. Die Pandemie kann nur gemeinsam überwunden werden, indem jeder an seiner Stelle verantwortungsbewusst handelt und entscheidet“, betont der Landeshauptmann.

Auch für Soziallandesrätin Deeg ist es wichtig, das Zurückblicken mit dem Vorausschauen zu verbinden: „Wir trauern um jene Menschen, die in diesem Pandemiejahr gestorben sind. Das Wirkungsvollste, das wir einer Pandemie wie dieser entgegenzusetzen haben, sind Zusammenhalt, Menschlichkeit und gelebte Solidarität in der Gesellschaft. Wir wollen darum den eingeschlagenen Weg weitergehen und mit Mut und Zuversicht nach vorne schauen.“



Das Land Südtirol wird an diesem Tag im Gedenken an die Verstorbenen die Flaggen am Sitz der Landesregierung in Landhaus 1 auf Halbmast setzen. Vor dem Sitz des Landtages werden Kerzen entzündet. Südtiroler Organisationen und Institutionen rufen dazu auf, am Abend eine Kerze in Gedenken an die Verstorbenen ins Fenster oder auf den Balkon zu stellen, wie etwa auch die Caritas. An diesen Gedenkmoment um 19 Uhr werden auch die Kirchenglocken in Südtirol erinnern.

Auch im restlichen Staatsgebiet werden im Tagesverlauf Gedenkveranstaltungen abgehalten. So nimmt Ministerpräsident Mario Draghi an einer Gedenkfeier in Bergamo teil.



Der 18. März wurde zum nationalen Gedenktag deklariert, da an diesem Tag vor einem Jahr die zahlreichen Verstorbenen aus Bergamo mit einem Militärkonvoi abtransportiert wurden. Laut Gesetzesvorschlag, der von der Abgeordnetenkammer gutgeheißen wurde und nun zur Behandlung im Senat vorliegt, soll künftig jährlich an die Verstorbenen der Corona-Pandemie erinnert werden.

Achammer: „Innehalten, gedenken und neue Kraft schöpfen“

Auch die Südtiroler Volkspartei ruft dazu auf, sich aktiv am heutigen Gedenktag für die zahlreichen Corona-Verstorbenen zu beteiligen. „Wir sollten uns gemeinsam einen Moment Zeit nehmen, um innezuhalten“, sagt Obmann Philipp Achammer.

„Gemeinsam sollten wir jener Menschen gedenken, die in den vergangenen 12 Monaten von uns gehen mussten. Gemeinsam haben wir in dieser Zeit gegen die Pandemie gekämpft – gemeinsam werden wir diese auch besiegen.“

„Viele Südtirolerinnen und Südtiroler haben sich im vergangenen Jahr für immer von einem Verwandten oder Bekannten verabschieden müssen“, erinnert Philipp Achammer. Das Entzünden eines Kerzenlichtes am 18. März solle ein ganz persönliches Zeichen der Erinnerung an diese lieben Menschen darstellen. Die kollektiven öffentlichen Initiativen rückten an diesem Tag auch die vorbildlich gelebte Solidarität in den Mittelpunkt.

„Der Zusammenhalt hat unsere Gesellschaft in dieser schwierigen Ausnahmesituation gefestigt – und uns immer wieder dazu ermutigt, der schwierigen, unsicheren Zukunft couragiert zu begegnen“, so der SVP-Obmann.



„Wir alle sollten einen Moment in stillem Gedenken verweilen“, meint Philipp Achammer. „Wir sollten aber auch in uns gehen und uns damit beschäftigen, was diese kräftezehrende Corona-Pandemie aus uns gemacht hat. Das kann man allein tun, in der Familie, mit Freunden… weiterhin die geltenden Regeln einhaltend: Wie hat sich unser Denken verändert? Wie hat sich unsere Lebensweise verändert? Welches sind unsere Ängste, welches unsere Wünsche? Um dann zum Schluss zu kommen, wie wir künftig leben wollen!“ Also: „Innehalten, gedenken und ermutigen. Selbst neuen Mut fassen. Und Anderen etwas Mut für die Zukunft geben.“

lpa/stol